GRIP 54
5/1/2016
Vom Ostend in die City
Das Filmhaus Frankfurt zieht im Juni um
Von Ralph Förg
Was sich schon vor zwei Jahren abzeichnete, wird nun wahr: das Filmhaus Frankfurt zieht um und wird schon ab Juni dieses Jahres mitten in der Frankfurter Innenstadt, unweit der Konstablerwache seinen neuen Sitz beziehen. Der alte Mietvertrag des Filmhaus Frankfurt e.V. an der Ostbahnhofstraße war seitens des Vermieters nicht über August 2016 hinaus verlängert worden. Das Haus soll nach vollständiger Entmietung im nächsten Jahr abgerissen werden. Stadterneuerung nennt man das.
Schon im vergangenen Jahr hat sich das Filmhaus samt Vorstand, Geschäftsführung, Freundinnen und Freunden daran gemacht, eine neue Liegenschaft zu finden. Die intensive Suche hat sich schließlich gelohnt: ab Juni stehen in der Fahrgasse 89 – diesmal im vierten Stock - Büro- und Seminarräume für das Filmhaus und seine Partner und Freunde zur Verfügung. Der neue Vertrag konnte Ende März unterzeichnet werden, der Umzug ist für den Sommer geplant. Bis dahin, leicht vorstellbar, wird es noch unendlich viel zu organisieren geben.
Die Büroetagen an der Ostbahnhofstraße hatte sich das Filmhaus mit einer Reihe von Medieneinrichtungen geteilt; ein veritables, lebendiges Medienzentrum war entstanden im Verbund mit dem Bundesverband Jugend und Film (BJF), dem Bundesverband Kommunale Filmarbeit, dem Film- und Kinobüro Hessen, der Medienwerkstattinitiative (Mewi) sowie dem Medienzentrum Frankfurt. Zu einem späteren Zeitpunkt kam noch das von der Wirtschaftsförderung Frankfurt eingerichtete Gründerzentrum MAINRAUM dazu. Die Zusammenarbeit war über die Jahre exzellent. Vor allem wird in Erinnerung bleiben, dass in der freundlichen Kooperation mit dem Medienzentrum Frankfurt dessen ebenerdig gelegenen Räume ein idealer Treffpunkt waren: für Seminare, Fortbildungen, abendliche Veranstaltungen, politische Meetings und natürlich auch für Feste und Feiern.
Nun ist es gemeinsamer Wille: den guten Spirit wollen wir alle gemeinsam in das neu gefundene Quartier übertragen. Lange haben wir gesucht. Gemeinsam. Eine Menge Zeit, eine Menge Arbeit wurde investiert - es hat sich schließlich gelohnt: denn auch in der Fahrgasse 89 werden das Filmhaus, der BJF, der Bundesverband Kommunale Filmarbeit, das Film- und Kinobüro und das Medienzentrum ihren Platz finden. Die Mewi wird nach Frankfurt Höchst umziehen - in die Nähe des von ihr betriebenen Kinos Valentin im Bolongaropalast.
Der Umbau am neuen Standort ist bereits in vollem Gange: sowohl in der vierten Etage, wo das Filmhaus mit seinen Partnern sitzen wird, als auch in der zweiten, wo das Medienzentrum mit Verleih und Veranstaltungssaal residieren wird. Daraus folgt: wir werden in Zukunft zwar barrierefreie, jedoch keine ebenerdig zugänglichen Räume haben, was sicherlich ein Wermutstropfen ist, ebenso wie die für Autofahrer eher unerfreulich Parksituation in der Innenstadt. All dies jedoch wird aufgewogen durch die exquisite Lage: beste Erreichbarkeit, Ansprechbarkeit, Kunstszene, Kleinmarkthalle, Gastronomie, nahegelegene Veranstaltungsräume – und überdies bezahlbar. Für uns alle.
Natürlich wird es eine Auszugsfeier aus der Ostbahnhofstraße geben. Schließlich müssen neuen Jahre guten Zusammenlebens und bester Kooperation auch gewürdigt werden. Und später wird es eine und mehrere Einzugsfeiern geben, wo wir den Gästen das neue Domizil präsentieren können: Ihr seid, Sie sind – wie all die Jahre – herzlich eingeladen – in unseren neuen, zentral gelegenen Räumen.
Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)
Schlagworte: Filmhaus Frankfurt, Institution, Filmkultur
