GRIP 54

5/1/2016

Reiche Filmkultur aus Japan

Rund 100 Filme im Programm des diesjährigen 16. Nippon Connection Filmfestivals

Von Alex Scherer

Vom 24. bis 29. Mai heißt es wieder: "Nippon Connection". Rund 100 Kurz- und Langfilme bietet das Programm in den vier zentralen Sektionen: Nippon Cinema, Nippon Animation, Nippon Visions und Nippon Retro, in der man eines der Meisterwerke des japanischen Nachkriegskinos überhaupt wiedersehen kann: "Ugetso – Erzählungen unter dem Regenmond" von Kenji Mizoguchi (1953).

Mit dem Nippon Honor Award wird diesmal ein Meister des leisen Horrorgenres geehrt: Kiyoshi Kurosawa. Mit vier Werken wird er vertreten sein, darunter sein in Cannes ausgezeichnetes Drama "Journey to the Shore" (2015), das die diesjährige Veranstaltung auch eröffnen wird.

Als Themenschwerpunkt wird die diesjährige Ausgabe den Blick auf Fukushima lenken, fünf Jahre nach der Erdbebenkatastrophe und seine Folgen. Neben den vielen Filmen, die bereits zum Unglück existieren, geht der Dokumentarfilm "Landscapes after 3/11" der Frage nach, wie man Orte des Desasters darstellen kann. Regisseur Takamasa Iwasaki lässt drei Künstlerkollegen die Landschaft um Fukushima porträtieren.

2016 steht außerdem im Zeichen einer echten Weltpremiere in Frankfurt: Seit 2015 produziert der Online-Verleih Netflix in Japan und hat gleich mit einer bemerkenswerten Serie aufgewartet. In "Hibana" ("Spark") wird die schwierige Freundschaft zweier Komiker erzählt. Nippon Connection präsentiert alle zehn Folgen dieser Reihe. Als Gäste sind die beiden Hauptdarsteller Kento Hayashi und Kazuk Namioka angekündigt.

Ungewöhnliche Filmperspektiven erwarten die Zuschauer wieder in den Sektionen Nippon Cinema und Nippon Visions. Als Beispiel für gelungenes Kino ohne großes Budget kann hier etwa der Film "Doglegs" von Heath Cozens über körperlich behinderte Wrestler gelten.

Daneben bietet sich in der Sektion ''Nippon Culture'' ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit japanischer Musik, Küche und Kultur. So präsentiert am 27. Mai der Experimentalfilmer Takashi Makino ein 3D-Filmprogramm mit Live Musik, und am 28. Mai singt die japanische Sängerin Cuushe über Einsamkeit und die Neonlichter Tokios, begleitet von melancholischem Elektropop. Weitere Informationen unter www.NipponConnection.com.

Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)

Schlagworte: Festival, Filmkultur, Filmemacher*in, Auszeichnung

Artikel im PDF aufrufen