GRIP 36

5/1/2007

Viele Festivals auf einen Klick

Festivalanmeldungen in einem einheitlichen Internetportal - eine Initiative des Bundesverbandes Jugend und Film (BJF)

Von Berndt Güntzel-Lingner

Wie kann man jungen Filmemachern die Teilnahme an Filmfestivals erleichtern und den Festivals Arbeit ersparen? Dies war die Ausgangsfrage, als im Oktober 2006 auf Initiative des Bundesverbandes Jugend und Film (BJF) ein Internetportal (www.filmfestivals4u.net) eingerichtet worden ist, das die Anmeldung zu diversen Filmfestivals erleichtern soll, nach dem Motto: Einmal Filmdaten eingeben - bei vielen Festivals einreichen.

So können inzwischen Anmeldungen über dieses Portal für eine ganze Reihe von Festivals vorgenommen werden. Neben der "Werkstatt für Junge Filmer" beteiligen sich die independent days Karlsruhe daran sowie das Festival im Stadthafen (F.I.S.H.) in Rostock, das Jugendmedienfestival Berlin, der Deutsche Jugendvideopreis YOUNG MEDIA, das Internationale Film Festival Hannover, das europäische Film- und Workshop-Event Yeff! wie auch das alternative Videomagazin DorschTV. Über 800 Filme sind für diese Festivals bereits im Netz eingestellt.

Die Anmeldung im Internet ist denkbar einfach. Die Interessenten geben einmalig Namen, Anschrift und weitere Kontaktdaten ein. Mit dem Abspeichern der persönlichen Daten ist die eigene Einreichschublade auch schon fertig. Nun lassen sich darunter beliebig viele Filme mit den üblichen Angaben zu Herstellungsjahr, Format, Genre und ähnliches anlegen.

Sobald auch die Filme abgespeichert sind, kann sich der Nutzer nun vom Portal alle Festivals anzeigen lassen, für die seine Filme in formaler Hinsicht in Frage kommen. Dabei vergleicht das System einige wesentliche Angaben wie Herstellungsjahr, Filmlänge oder das Alter der Filmemacher. Läßt ein Festival etwa nur Filme mit einer maximalen Laufzeit von 25 Minuten zu, wird dieses Festival auch nur angezeigt, wenn der einzureichende Film dieser Längenvorgabe entspricht.

Ausgestattet mit dieser Vorauswahl geeigneter Festivals braucht der Filmemacher jetzt lediglich noch das Anmeldeformular, das das Portal generiert, auszudrucken, auszufüllen und zusammen mit der Sichtungskopie an das jeweilige Festival zu schicken. Nach Eingang des Filmes beim Festival holen sich die Veranstalter die Angaben zum Film elektronisch aus dem Internet und können die Daten auf ihrem Rechner weiter bearbeiten.

Dabei hat ein Festival tatsächlich nur Zugriff auf die Filme, die ein Regisseur eingereicht hat. Es soll schließlich die Entscheidung der Filmleute bleiben, wo sie sich mit ihren Produktionen bewerben. Eine generelle Zustimmung zur Veröffentlichung der Angaben zum Film erteilt ein registrierter Nutzer lediglich für das Portal talent-film.net, ein weiteres Internetfeature der Jugendfilmszene, das wie eine Art Filmlexikon aufgebaut ist. Dort wurden für den Start im Oktober 2006 Filme der letzten 10 Jahre nach inhaltlichen, filmgestalterischen und pädagogischen Kriterien katalogisiert.

Weiteren Aufschluß über aktuelle Festivalausschreibungen bietet auch der Festival-Newsletter des BJF. Allein in dem Altersbereich bis 27 laufen derzeit rund 100 Festivals im deutschsprachigen Raum. Inwieweit sich ein Festival am neuen Portalservice beteiligt, ist auf der Homepage des Festivals zu entnehmen. In naher Zukunft ist geplant, daß diese Festivals aber auch im Newsletter gekennzeichnet sein sollen. Über die einmal angelegte Einreichschublade im Portal kann man dann den Veranstaltern seinen Filmtitel bequem und unkompliziert anbieten.

* Berndt Güntzel-Lingner ist Projektleiter beim Bundesverband Jugend und Film e.V.

Kategorie: Gastbeitrag (ehemals Selbstdarstellungen von institutioneneigenen Mitarbeitern / ab GRIP 63)

Schlagworte: Festival, Institution

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