GRIP Blog

Halbjährlich bietet die Zeitschrift GRIP einen Überblick über Entwicklungen am Filmstandort Frankfurt. Themen aus Rhein-Main und Hessen sowie medienpolitische Beiträge finden darin auch ihren Platz. Doch das reicht nicht aus für diese lebendige Filmregion! Im GRIP Blog erscheint nun in unregelmäßigen Abständen Aktuelles und Hintergründiges. Dazu gehören auch Reportagen und persönliche Kommentare unserer Autor*innen.
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Andrea Wenzek, verantw. Redakteurin
11/11/2025
Hessischer Filmpreis: Das große Fragezeichen
Die überraschende Absage der Gala des Hessischen Film- und Kinopreises für das kommende Jahr 2026 durch Kulturminister Timon Gremmels sorgte weniger für Empörung als für Ratlosigkeit: Das Ministerium schwankt seitdem zwischen widersprüchlichen Aussagen über Aussetzung und Fortführung der künftigen Filmpreise und der Form ihrer Vergabe. Bei all der Diskussion wird vergessen, dass die Preisgelder niedrig sind und nicht ausreichend in die regionale Produktionslandschaft zurückfließen. Unangetastet bleibt dagegen der Kinopreis, den haben die hessischen Kinos auch bitter nötig.
Von Ein Kommentar von Andrea Wenzek
Artikel lesen11/4/2025
„Wir brauchen eine Vision, damit die Welt besser wird!“
Mehmet Akif Büyükatalay wurde für seinen Spielfilm „Hysteria“ (2025) mit einem Sonderpreis der Jury beim Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. Sein vielschichtiger Thriller spielt mit dem „Film-im-Film“-Motiv und überrascht mit unerwarteten Wendungen: Auf dem Set eines Films, in dem es um den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Solingen 1993 geht, wird ein verbrannter Koran gefunden. Die Dreharbeiten geraten nun außer Kontrolle. Die Praktikantin Elif wird in ein undurchsichtiges Spiel aus Lügen und Geheimnissen gezogen, das die Mechanismen gesellschaftlicher Hysterie schonungslos offenlegt. Zum Kinostart am 6. November spricht Büyükatalay über die zentralen Themen des Films und die Schwierigkeiten, sein brisantes Werk auf dem Filmmarkt zu verkaufen.
Von Gregor Ries
Artikel lesen10/6/2025
Frankfurt Tatort: Neu und anders
Die Pilotfolge „Dunkelheit“ des neuen Frankfurter „Tatort“ kam am 5. Oktober endlich auf den Bildschirm. Im linearen TV kam die Folge auf immerhin 8,83 Mio. Zuschauende, die viertgrößte Reichweite der Reihe in diesem Jahr. Auch die hessische Filmbranche war neugierig auf die Erstausstrahlung, denn die hiesige Landschaft der Produktionsfirmen hatte bei der Ausschreibung des Hessischen Rundfunks (hr) zu einem neuen Tatort-Konzept den Kürzeren gezogen. Den Auftrag hat die Berliner Sommerhaus Filmproduktion erhalten. Allerdings kamen mehrere hessische Filmschaffende aus unterschiedlichen Gewerken in den bislang drei abgedrehten Folgen zum Zuge.
Von Andrea Wenzek
Artikel lesen9/3/2025
Taunus Filmfest Oberursel: Aus Klein mach Groß
Ein Filmfestival zu gründen oder ganz neu aufzustellen ist heutzutage riskant. Das betrifft nicht nur deren Finanzierung, es geht auch darum, ein möglichst konkurrenzarmes künstlerisches Profil aufzustellen. Das Taunus Filmfest Oberursel ist dieses Wagnis bereits im letzten Jahr eingegangen und hat aus einem lokalen Open-Air-Kurzfilmevent ein Festival mit internationalem Lang- und Kurzfilmwettbewerb geschaffen. Ein mutiges Unterfangen, denn unter den mehr als 400 Filmfestivals in Deutschland haben sich gerade die jüngeren nur durchsetzen können, weil sie sich spezialisiert haben – etwa auf Themen, Länder oder Genres. Das Leitungsduo in Oberursel ließ sich davon nicht beirren und dehnte das Festivalkonzept 2025 auf Bad Homburg aus. Unser Filmkritiker wagt eine erste Bilanz.
Von Claus Wecker
Artikel lesen7/11/2025
Über das Aus der Filmbewertungsstelle
Im 74. Jahr ihres Bestehens wird die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden bis zum Ende des Jahres abgewickelt. Die von den Ländern einst initiierte indirekte Kulturförderung für den Kinofilm ist in die Jahre gekommen, hat sich jedoch als entwicklungsfähig gezeigt. Eine Reform der Gebührenordnung und ein noch stärkeres Engagement in der Kinder- und Jugendfilmarbeit waren geplant. Dies alles war mit den Kulturpolitiker*innen der Länder bereits abgestimmt. Als es jedoch zum Schwur der Finanzierung kam, lehnten die Länder ab und Hessen wollte nicht mehr alleiniger Zahlmeister sein. Ein Rückblick.
Von Bernd Jetschin
Artikel lesen6/25/2025
Nippon Connection: Nach 25 Jahren schließt sich der Kreis
Zum 25. Mal präsentierte das Nippon Connection Filmfestival Frankfurt die Bandbreite des japanischen Kinos. Dabei konnten mit 20.000 Besuchern die hohen Besucherzahlen des Vorjahres noch überboten werden. Neben den rund 100 Filmen bot Nippon Connection im Festivalzentrum – dem Künstlerhaus Mousonturm und der gegenüberliegenden Naxoshalle – ein vielfältiges Rahmenprogramm.
Von Gregor Ries
Artikel lesen5/8/2025
Future Frames: Drei Akte für eine Szene, die nicht mehr warten kann
Wie genau entstehen Filme mithilfe von KI-Tools? Diese Frage versuchte die Veranstaltung „Future Frames“ am 24. April im Rahmen des Frankfurter LICHTER Filmfests zu beantworten. Drei internationale Künstler*innen produzierten Bewegtbilder live, den Entstehungsprozess in Form der Prompts konnte das Publikum mitverfolgen, bevor abschließend eine Jury das beste Werk prämierte. Ein Anlass, medienphilosophisch über den Umgang mit KI-generierten Bildern nachzudenken.
Von Marcela Hernández
Artikel lesen4/10/2025
Netzwerken lernen – Das neu aufgestellte Begleitprogramm der Hessen Talents
Bereits seit 16 Jahren werden bis zu 20 Studierende der filmschaffenden Hochschulen in Hessen für die Teilnahme an dem Projekt Hessen Talents ausgewählt. Deren Filme kann das Fachpublikum bei einem Screening im Rahmen des European Film Market (EFM) während der Berlinale sichten. Doch bereits 2024 wurde, verknüpft mit der Berlinale, für die Talente ein umfangreiches Begleitprogramm entwickelt. Dazu gehören der betreute Besuch von Branchenveranstaltungen und Filmvorstellungen aller Sektionen sowie die Ausrichtung von Masterclasses mit Festivalgästen. Das Begleitprogramm soll eine Hilfestellung für die Studierenden auf dem Weg in die Branche sein.
Von Andrea Wenzek
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