Filmland Hessen 2 / 2013

11/1/2013

Eine lange Ära geht zu Ende

Nach 22 Jahren verabschiedet sich Monika Reichel vom Kuratorium junger deutscher Film

Von Birgit Schweitzer

Für das Kuratorium junger deutscher Film in Wiesbaden geht eine Ära zu Ende. Die Geschäftsführerin Monika Reichel verabschiedet sich mit Ablauf des Jahres in den Ruhestand. 22 Jahre lang hat sie die Geschäftsstelle geleitet, hat das Kuratorium nach außen vertreten und entscheidend mitgeprägt. „Mit ihrem Engagement, ihrem Verständnis für die Belange der Filmemacher und ihrer schier unerschöpflichen Geduld war sie Herz und Motor dieser Institution zugleich," so der Vorstand des Kuratoriums, Andreas Schardt. 

Über 800 Kinder- und Nachwuchsfilme wurden in ihrer Amtszeit gefördert, darunter eine Vielzahl von Entdeckungen, wie etwa gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit mit Tom Tykwers Psychogramm „Die tödliche Maria". Später folgten Namen wie David Sieveking mit „David wants to fly", Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot"), Maren Ade („Alle Anderen"), Johannes Schmid mit „Wintertochter" oder kürzlich Tim Fehlbaum mit „Hell". 

„Monika Reichel hat sich um den jungen deutschen Film, um die Förderung des Kinderfilms und des Talentfilms und um den Filmstandort Hessen in hohem Maß verdient gemacht," würdigt die Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann (CDU) Reichels beispielhaftes Engagement. Das Kuratorium sei unverwechselbar mit ihrer Person verbunden. 

Gegründet wurde das Kuratorium junger deutscher Film 1965 im Nachhall des Oberhausener Manifests und ist eine von den Ländern gemeinsam getragene Filmförderinstitution, die sich mit einem Jahresförderbudget von rund 500.000 Euro als Anschubfinanzierung für den filmkünstlerischen Nachwuchs versteht. Filmemacher können hier ihre ersten und zweiten Filme fördern lassen. Eine Förderung vom Kuratorium gilt nach wie vor als Prädikatssiegel. Die geförderten Projekte werden in der Folge zumeist auch von weiteren Förderungen unterstützt wie zum Beispiel von der Hessischen Filmförderung und von Hessen Invest Film wie auch durch Programme anderer Bundesländer. Über die Nachfolge von Monika Reichel ist dem Vernehmen nach noch nicht entschieden. Zum Jahresbeginn soll aber die Übergabe der Amtsgeschäfte erfolgen. 

Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)

Schlagworte: Filmförderung, Institution, Nachwuchs, Spielfilm

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