GRIP 71

07.07.2025

Rhein-Main-News: Kinostadt Bad Vilbel

Von Redaktion

Die Kleinstadt Bad Vilbel aus dem Wetteraukreis war gegen Ende des goldenen Zeitalters der Filmtheater Ende der 1950er Jahre eine kleine Kinometropole mit insgesamt vier Lichtspielhäusern. Marko Karl, Kinomacher und Filmvorführer im Frankfurter Pupille Kino und leidenschaftlicher Filmsammler, hat über die Lichtspielhistorie dieser Stadt recherchiert und rund 40 Zeitzeug*innen befragt. Sein reich illustriertes Buch Kinostadt Bad Vilbel ist im Juni in der Publikationsreihe Bad Vilbeler Heimatblätter erschienen. Der Band kann für 25 Euro im Buchhandel erworben werden.
„Ich erzähle die Geschichte der ehemaligen Vilbeler Kinos anhand von Kinoanzeigen und O-Tönen von ehemaligen Mitarbeitern und Besuchern“, verriet Karl bereits 2024 in der Frankfurter Neuen Presse. Aufgefallen war ihm die ungewöhnliche Kinogeschichte seiner Heimatstadt im Vorfeld bei der Sichtung früherer Kinoanzeigen in Zeitungen. Zudem hatten ihm seine Eltern von den Filmtheatern erzählt und machten ihn mit Menschen aus der Nachbarschaft bekannt, die damals in den Kinos gearbeitet hatten, darunter eine 93-jährige ehemalige Platzanweiserin.
Zwischen 1956 und 1959 hatte Bad Vilbel mit 14.000 Einwohnern insgesamt vier Kinos – Apollo, Metro, Kurli und Heli. Laut Karl betrachtete die Bevölkerung im Wetteraukreis die Kinodichte in Bad Vilbel damals als eine Art Alleinstellungsmerkmal der Stadt. Nachdem schon in der Frühzeit der Leinwandvorführungen Wanderkinos in Bad Vilbel gastierten, eröffnete 1919 das erste stationäre Kino. Beinahe ein halbes Jahrhundert später schloss 1973 mit dem Kurli Theater das letzte der vier Kinos. Die Bad Vilbeler mussten 18 Jahre auf ein neues Kino warten. Erst 1991 öffnete das Kino Alte Mühle im Kulturzentrum, das bis heute in Betrieb ist. Red/BJ

Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)

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