GRIP 65

21.07.2022

Frankfurt schaut einen Film

Von Redaktion

Als 1985 der Kriminalroman „Happy Birthday, Türke“ von Jakob Arjouni erschien, war das etwas Besonderes. Nicht nur, weil sich ein deutscher Autor endlich des Krimigenres annahm, vor allem, weil die Leser*innen den Protagonisten der Story liebten: Den Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya. Ein Mann mit Migrationsgeschichte als positiver Held, das war damals ein Novum. Die Regisseurin Doris Dörrie nahm sich des Stoffs an und 1992 kam der gleichnamige Film in die Kinos. Die Krimikomödie war ein Kassenknüller und so soll es auch am 30. Oktober 2022 sein, denn dann findet der stadtweite Kinotag „Frankfurt schaut einen Film“ statt.
Auch hiesige Kulturbanaus*innen haben schon einmal von dem jährlichen Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“ gehört. Dem Konzept des Verlegers Klaus Schöffling liegt zugrunde, jährlich „ein Buch zum Gesprächsstoff und zum Gemeinschaftserlebnis für alle Menschen der Stadt Frankfurt am Main zu machen“. Das ausgewählte Werk soll natürlich in der Mainmetropole spielen. Die Hansestadt Hamburg war von dem Konzept so angetan, dass man es dort auf die siebte der Künste übertrug: „Eine Stadt sieht einen Film“.
Das Film- und Kinobüro Hessen hat zusammen mit dem Kulturamt diese Idee aufgegriffen und startet mit „Happy Birthday, Türke“: „Mit der Veranstaltung möchten wir einen Sonntag im Jahr einem besonderen in Frankfurt gedrehten Film widmen, der den ganzen Tag in unterschiedlichen Kinos der Stadt gezeigt und aus verschiedenen Blickwinkeln und zu vielfältigen Themen diskutiert wird. Drehortführungen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops sollen das Filmprogramm ergänzen“, vermeldet das Film- und Kinobüro. Doris Dörrie, der Produzent Gerd Huber und die Schauspielerin Siir Eloglu haben bereits zugesagt. Red/AW

Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)

Schlagworte: Diversität, Institution, Kino, Spielfilm, Filmkultur

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