GRIP 54
01.05.2016
Hessen ohne Filmzeitschrift ?
Das Erscheinen des Fachmagazins „Filmland Hessen“ ist vorerst ausgesetzt
Von Ralph Förg
Die Redaktion der Zeitschrift GRIP erlaubt sich hiermit eine Mitteilung in eigener Sache und bittet die Leserinnen und Leser darum, sich nicht allzu sehr zu wundern. Normalerweise finden Sie, eingelegt in den Mittelteil der Filmhaus-Zeitschrift GRIP, ein Exemplar der Broschüre „Filmland Hessen“. Diesmal nun leider nicht.
Seit neuneinhalb Jahren haben wir in der Ausgabe "Filmland Hessen" über das landesweite Film- und Mediengeschehen berichtet, über aktuelle Produktionen, über Festivals und Preisverleihungen wie etwa den Hessischen Film- und Kinopreis oder den einzigartigen Marburger Kamerapreis. Weiter standen im Fokus unserer Berichterstattung die in Hessen beheimateten Verbände und Filmeinrichtungen wie beispielsweise das Kuratorium junger deutscher Film, die Murnau Stiftung, das Deutsche Filminstitut (DIF) oder die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), und schließlich ist auch die hiesige Film- und Medienwirtschaft zu Wort gekommen – Produktionsunternehmen, Postproductionhäuser, Dienstleister wie auch Kinobetriebe.
Und nicht zuletzt galt Filmland Hessen quasi als das Amtsblatt der Filmförderung. Hier wurde aktuell jeweils der Überblick über ALLE Förderergebnisse der verschiedenen Förderungen Hessens geboten. Wer wollte, erfuhr darüber - im kompletten Spektrum wie im Detail – wer in Hessen welche Zuwendung in welcher Höhe erhalten hat. Für fast zehn Jahre haben wir damit für die bestmögliche Transparenz und Übersicht über die Förderlandschaft Hessens gesorgt – im Print-Bereich ebenso wie jederzeit online abrufbar über unser GRIP-Archiv im Netz.
Wir möchten betonen, dass wir uns im Filmhaus Frankfurt diese Aufgabe als Herausgeber in gemeinsamer Arbeit mit dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) sehr gern übernommen haben, ausgestattet mit einer eingespielten Redaktion und einem exzellenten Team von Autoren. Und soweit steht außer Frage für uns, dass wir angesichts der Wichtigkeit der Hessischen Produktionen, der Festivals, der hessischen Kinoinitiativen diese Aufgabe auch gerne weiter erfüllen würden. Unsere Bereitschaft ist da, die Leidenschaft nicht weniger. Und zumal die Transparenz über den Umgang mit Mitteln der öffentlichen Hand im übrigen allerseits gewünscht wird in der Branche.
Allerdings ist mit der Einrichtung der neuen Förder-GmbH der Arbeitsprozess ins Stocken geraten: eher unbeabsichtigt. Doch ist derzeit die Gefahr erheblich, dass weder das Ministerium noch die neue GmbH sich als für das Projekt zuständig erklärt, die Verantwortlichkeit dafür ist derzeit noch im Fluss, Gespräche mit beiden Partnern haben noch nicht erbracht, ob und wie das Filmland Heft weiter aufgelegt werden soll. Neben dem Filmhaus haben natürlich alle Mitglieder des Hessen Initiative Film ein eindeutiges Interesse an der Fortführung des Magazins und der Veröffentlichung der Förderergebnisse deutlich gemacht.
Da der Dialog mit dem Ministerium und der neuen GmbH in gutem Einvernehmen verläuft, hegen wir die Hoffnung, dass mit den Resultaten der ersten Fördertermine der GmbH in Frühsommer und Sommer auch deren Publikation wie erforderlich erfolgen kann. Wir würden uns freuen, ihnen im Herbst dieses Jahres wie gewohnt die hochinformativen und farbig gestalteten Seiten der „Filmland Hessen“ Broschüre wieder übermitteln zu dürfen!
Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)
Schlagworte: Filmförderung, GRIP, Filmhaus Frankfurt, Filmwirtschaft
