GRIP 41
01.11.2009
Vom Aqua-Raum ins Stargate-Studio
Ein Rundgang durch das Frankfurter Tonstudio FunDeMental
Von Cihan Polat
Ganz egal, ob man eine aufwendige Originalkomposition, eine Geräuschcollage, einen diffizilen Sounddesign, Synchronsprachaufnahmen, einen Funkspot, eine Kinomischung oder ein TV-Mix benötigt – das Full-Service-Studio Fun De Mental in Frankfurt kann es liefern. Zumindest versichert dies Andreas Lucas, Geschäftsführer des Studios, das 1990 anfing; zunächst als "Fun de Mental Music", mit einem deutlichen Fokus auf der Produktion von Werbefilmen, inzwischen aber auf allen Ebenen tätig und eine Dependance in Düsseldorf unterhält.
Mit namhaften Kunden zu arbeiten steht für Fun de Mental genauso an der Tagesordnung wie die Unterstützung vom Nachwuchs: Von Stefan Raabs "Nicht alles ist Gold was glänzt" bis über Songaufnahmen für Böse Onkelz, Michelle und Popgruppen wie BroSis, gibt es eine breite Palette an Projekten. Die in Frankfurt ansässige Filmemacherin Anette Ernst beispielsweise beauftragte das Team für die Postproduktion ihres Kinofilms "Kiss and Run".
Was „FunDeMental" allerdings von anderen Tonstudios im Rhein-Main-Gebiet unterscheidet, ist die ausgefallene Inneneinrichtung der einzelnen Aufnahmeräume, die jeweils nach einem bestimmten Motto ausgestattet sind. Das Ziel sei es, so Firmeninhaber Lucas, das jeweilige Studio so zu dimensionieren, dass es zu den Inhalten und Formaten der Aufnahmen passt.
So entsteht bei einem Rundgang durch die Studios eher der Eindruck, man sei in einem Freizeitpark denn in einem Studio. Der sogenannte "Aqua-Raum" ist vorwiegend für Fernseh- und Radiovertonungen gedacht. Beim Betreten fühlt man sich in eine Unterwasserwelt versetzt, und die linke blaue Wand ist bedeckt mit einer plastisch gestalteten Attrappe aus Schaumstoff, die ein Korallenriff darstellt. Dieses Gebilde soll nicht nur ästhetischen Zwecken dienen, sondern auch vermeiden, dass bei den Aufnahmen Schallwellen abprallen.
Eine Tür weiter gelangt man in den "Buddha-Raum" mit seinen roten Backsteinen aus Gummi, goldenen Verzierungen an den Wänden sowie einer mit Schaumstoff überzogenen diffusen Buddha-Figur. Die Statue befindet sich direkt neben dem Mischpult in der linken Ecke des Raumes und soll mit undurchlässiger Farbe bestrichen sein. "Damit ist beabsichtigt, das Verkleben des Schaumstoffs zu verhindern, damit die Töne besser absorbiert werden können," erläutert Lucas. Hier werden vorwiegend Kinofilme für DVD gemischt. Und schließlich erreicht man den dritten Raum, auch "Stargate-Studio" genannt, der sich durch futuristische Flugzeugsitze und seine Sternenwand auszeichnet.
So unterschiedlich die Räume in ihrer Innenarchitektur auch sind, technisch sind sie alle mit demselben hochwertigen Equipment ausgestattet und über einen Server miteinander verknüpft. Dass die Technik, um im Wettbewerb bestehen zu können, den modernen Standards, wie FSK und Dolby, entsprechen muss, versteht sich für ein namhaftes Studio im Grunde von selbst.
Aber nicht nur die professionelle Betreuung der Kunden liegt Lucas am Herzen. Das Team hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs zu fördern. "Es gibt Filmemacher, die in Frankfurt und in Hessen bleiben und hier ihre Projekte verwirklichen wollen. Dies schätzen und unterstützen wir gern, wenn es geht, damit Frankfurt als Medienstandort lebendig bleibt", wie Senior Sound Artist Harald Guhn, der seit 1995 festes Mitglied des Teams ist, sagt. Auch Andreas Lucas ermutigt den Nachwuchs. Mit der wachsenden Wirtschaft in den nächsten Jahren, werde Frankfurt ein noch attraktiverer Drehort für hochwertige Filme werden, als es die Stadt nicht ohnehin schon ist. "Vor allem die Werbefilmbranche steht vor einem unmittelbaren Boom."
Kategorie: Hintergrundbericht (GRIP FORUM)
Schlagworte: Postproduktion, Filmproduktion, Werbefilm, Spielfilm
