GRIP 41

01.11.2009

Ultimative Sound-Quelle

Das Gutleut Studio ist auf Filmmusik spezialisiert

Von Ralph Förg

Weltkugeln jeglicher Größenordnung vermitteln einen spontanen Einruck von Sounddatenströmen, die die Welt umkreisen. Wer das Gutleut Studio zum ersten Mal betritt, wundert sich ob der Ausstattung, zahlreiche Globusse jeglichen Umfangs umgeben den Besucher. Dann aber, dazwischen aufgebaut, Racks von Synthesizern, gleich ganze Paletten von Sound-Maschinen. Wie ein Versprechen: was immer an Musik, Geräusch und Tönen vorstellbar sein könnte – hier wird es erzeugt.

Mathias Willvonseder, der gemeinsam mit Matthias Raue das Gutleut-Studio betreibt, zeigt sich begeistert. Für ihn stellt das Yamaha CS 80 die ultimative Sound-Quelle dar. „Ein einzigartiges Instrument, das nicht nur eine markante, sehr dynamische und direkt ansprechende Musik und Sound-Kreation zulässt, sondern auch durch seine Konstruktion ein Echtzeit-Spiel zu Filmpassagen oder auch Clips ermöglicht, aus dem sich dann Ideen für den späteren Sound-Track entwickeln lassen.“ So wurden beispielsweise die Filmmusiken von "Blade Runner" oder "Tron" mit Hilfe dieses frühen elektronischen Werkzeugs erarbeitet. Im Gutleut können nun gleich mehrere dieser bewährten Instrumente für den jeweiligen Zweck zum Einsatz kommen.

Für Willvonseder steht der Spaß am Musikmachen und Produzieren unumgänglich im Mittelpunkt seiner Arbeit, ob es sich um einen Clip oder einen Langfilm handelt. Denn dies, so seine Philosophie, teilt sich im Film oder im fertigen Clip später mit, beseelt das Produkt.

Das Unternehmen Gutleut Studios, aus dem ehemaligen Schleuse15-Studio hervorgegangen, liegt bahnhofsnah, absolut zentral in Frankfurt. Es verfügt über mehrere, flexibel nutzbare Aufnahme- und Produktionsräume, die als schwimmende Konstruktion zwecks Tonisolierung speziell in das eigentliche Gebäude eingebaut wurden. Daraus lassen sich flexibel Räume anordnen, die nach Bedarf für die unterschiedlichen Aufgaben hergerichtet und genutzt werden können – seien dies nun Sprach oder Synchronaufnahmen, das Aufnehmen von Bands, Einspielungen oder auch kleinere klassische Ensembles. Bei Hochbetrieb oder unter Zeitdruck lässt sich so komfortabel parallel produzieren.

Matthias Raue, Musiker und Komponist, verfügt als Professor für Filmmusik an der Film- und Medienakademie Ludwigsburg nicht nur über das Wissen des traditionell ausgebildeten klassischen Komponisten, sondern auch über den Zugang zu allen neuen Anforderungen, die an Musik und Ton bei Spielfilmen und in der Werbung gestellt werden. Seien diese nun musikalischer Natur oder bezogen auf die unglaublich schnell wandelbare Technologie. „Innovation ist Alltag“, so Raue, und er betont darüber hinaus den Stellenwert der Teamarbeit, die im Gutleut-Studio zwischen den Musikern und Komponisten genauso hochgehalten wird wie im Umgang mit Regisseuren, Schaupielern, oder Art-Directors und im Optimalfall natürlich zu besserer Qualität der Filme führt. „Möglich ist alles!“

Schon lange im Geschäft, zeichnet Matthias Raue verantwortlich für die Musik vieler Produktionen, darunter zahlreicher „Tatorte“, Fernsehspielfilme, erfolgreicher Kinospielfilme. Unlängst erst hat er für den Regisseur Berengar Pfahl die Musik zu dem Spielfilm „Shanghai-Baby“, einer internationalen Koproduktion, fertig gestellt. Und wie erfolgreich das Studio im Bereich Werbung tätig ist, davon zeugt die lange Liste renommierte Kunden wie beispielhaft Deutsche Bank, Mercedes, Danone und viele andere. Um künftig das Spektrum qualifizierter Dienstleistungen noch zu erweitern, hat sich das Duo Mathias Willvonseder und Matthias Raue erst jüngst um einen weiteren Musiker verstärkt: um Gerald Dietsch. Für eine erfolgreiche Zukunft.

Kategorie: Hintergrundbericht (GRIP FORUM)

Schlagworte: Postproduktion, Werbefilm, TV/Rundfunk, Spielfilm

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