GRIP 41
01.11.2009
Hessen Invest Film bleibt unberührt
Die Investitionsbank Hessen (IBH) ist mit der LTH-Infrastrukturbank verschmolzen worden
Von Daniel Gütrhert
Anfang 2002 hatte die hessische Landesregierung erstmals ein Wirtschaftsförderprogramm für den Filmsektor in Hessen aufgelegt, den Fonds Hessen Invest Film, der seither von der Investitionsbank Hessen (IBH) administriert worden ist. Im Sommer ist nun vom Hessischen Landtag verabschiedet worden, die IBH aufzulösen und mit der zweiten Förderbank des Landes, der LTH-Infrastrukturbank, zu einem neuen landeseigenen Finanzinstitut, der Wirtschafts- und Strukturbank Hessen (WiBank) zu verschmelzen.
Damit ist erreicht worden, dass künftig die monetäre Wirtschaftsförderung des Landes, die bislang auf zwei parallel operierende Kreditinstitute verteilt war, nur noch in einer Hand liegt. Durch diese Neuorganisation der Bankenstruktur in Hessen sollen sich jedoch keinerlei Auswirkungen auf das Fördermodell Hessen Invest und dessen reibungslose Abwicklung ergeben, wie Herbert Hirschler, Sprecher der Geschäftsleitung der neuen WiBank, versichert.
In die Verträge, die mit der IBH geschlossen worden sind, wird die WiBank eins zu eins eintreten, das heißt, zu denselben Konditionen und Modalitäten wie bisher, so Hirschler weiter. Auch personell wird sich auf der operativen Ebene vorerst nichts ändern. Anträge können wie bisher an die Geschäftsstelle der IBH in Frankfurt gerichtet werden, die vorerst auch an dieser Adresse bleiben wird. Allerdings wird dem Vernehmen nach, wenn die Mietverträge in Frankfurt zum Herbst 2010 auslaufen, perspektivisch ein Umzug nach Offenbach anstehen, wo sich die Zentrale der WiBank befindet
Eine Nachfolge des kürzlich verstorbenen Leiters der IBH-Frankfurt, Gerhard Bauer, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geplant, zumal, wie WiBank-Chef Hirschler anführt, das Programm zum Jahresende ausläuft und man keine präjudizierenden Personalentscheidungen treffen wolle. Formell wird die Funktion des früheren IBH-Chefs von Pamela Röhrs-Günther, Leiterin der Abteilung Wirtschaftsförderung in der WiBank, wahrgenommen.
Auf der Geschäftsleitungsebene der WiBank wird das Ressort Filmförderung fortan bei Herbert Hirschler angesiedelt sein. Der frühere Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium gilt als Architekt von Hessen Invest Film. In seiner Amtszeit ist damals das Modell eingeführt worden. Nicht auszuschließen, daß sich der frühere FDP-Politiker mit Verve in anstehende Debatten um den Ausbau der Filmförderung einbringen wird. Doch fürs erste gibt sich der WIBank-Leiter zurückhaltend: "Ich freue mich sehr über diese Zuständigkeit. Aber es gibt auch eine klare Arbeitsteilung zwischen Ministerium und Förderbank."
Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)
Schlagworte: Filmwirtschaft, Filmförderung, Filmpolitik, Wirtschaftsförderung
