GRIP 41

01.11.2009

Erste deutsche Moderatorenschule

Seit über 20 Jahren bildet das Frankfurter logo-Institut Moderatoren und Sprecher aus

Von Ralf Haberski

„Das kann ich auch. Einfach drauflosreden und freundlich in die Kamera lächeln!" Der Moderator bei Radio und Fernsehen – ein Traumberuf, der aber vielfach völlig falsch eingeschätzt wird. Denn so locker und unkompliziert, wie uns die Sprecher auf dem Bildschirm oder am Mikro erscheinen, ist die Arbeit hinter den Kulissen längst nicht. Das wissen am besten die Profis selbst, womit auch die Gründungsidee des logo-Instituts, der ersten deutschen Moderatorenschule, umrissen ist: eine umfassende Ausbildung anzubieten, vom Sprechen bis zur Präsentation der Persönlichkeit, als praxisorientierte Schulung durch Trainer, die selbst jahrelang Erfahrung haben, und noch regelmäßig auf Sendung sind.

Gegründet wurde das Frankfurter Institut 1988 von der Geschäftsführerin Elisabeth Böhm. Zehn Jahre lang war sie als Sprecherin, Moderatorin und Redakteurin beim Hessischen Rundfunk, schließlich auch als Trainerin für neue Kollegen. Aber eine gezielte Ausbildungsmöglichkeit gab es damals noch nicht, wie sie sich erinnert. "Es gab ja nur die öffentlich-rechtlichen Sender, bei denen es üblich war, neue Sprecher und Moderatoren mal für einige Zeit neben einen erfahrenen Kollegen zu setzen und dann ins kalte Wasser zu werfen. Das war's."

Diese Lücke zu schließen und die Ausbildung zu professionalisieren war der Anstoß für Elisabeth Böhm, ihr Institut zu eröffnen, das 1997 durch eine Dependance in Berlin erweitert wurde. Unterrichtet wird in den eigenen Studios, die den heutigen technischen Standards entsprechen. So wird etwa die Radiomoderation am hauseigenen Selbstfahrerplatz geübt. Für die Fernsehmoderation steht ein 60 Quadratmeter-Studio zu Verfügung, so daß die reale Aufnahmesituation simuliert werden kann.

Sechs bis zwölf Monate dauert das Training, je nach Ausbildungsgang – ob zum Studiosprecher bzw. zum Radio-, Event- oder Fernsehmoderator. Zusätzlich wird auch Einzelcoaching angeboten. „Jeder Interessent wird nach einem eingehenden Beratungsgespräch individuell ausgebildet, je nach Talent und Ziel", so Böhm.

Atemtechnik, Stimmbildung und Artikulation gehören zu den Grundlagen jeder Ausbildung. Dann muss der Ton stimmen, weg vom Lesen, hin zur Ansprache. Studio-Sprecher, die später Filme, Hörbücher und Werbespots vertonen, bekommen ein intensives Ausdruckstraining. Wer sich als Moderator oder Moderatorin ausbilden lässt, muss das freie Moderieren ebenso beherrschen wie den Umgang mit dem Prompter und das investigative Interview.

Entscheidend aber ist, daß die logo-Trainer selbst aus der Praxis kommen und so wertvolle Tipps geben können. Einem Eventmoderator, der zum Schwafeln neigt, macht der Trainer schnell die Erwartungen der Zielgruppe bewusst: „Wir sind Dienstleister, keine Selbstdarsteller." Einer angehenden Werbesprecherin kann der Profi Tricks vermitteln, zum Beispiel: „Intensive Werbetöne bekommt man nur mit der richtigen Körperhaltung." Werbe- und Synchronsprecher brauchen eine mikrofongeeignete Stimme, eine perfekte Aussprache, die Luft muss reichen und das Ausdrucksrepertoire muss auf Knopfdruck bereit stehen.

Aber im logo-Institut wird auch Klartext gesprochen, denn nicht alle Bewerber sind geeignet. Eine schöne Stimme reicht nicht für die Karriere eines Sprechers. Wenn im ausführlichen Beratungsgespräch etwa ein Bewerber ohne ausdrucksvolle Gestik und Mimik spricht, zeichnet sich ab, dass Zeit und Geld besser anderweitig investiert werden sollten.

Seit vielen Jahren arbeitet das logo-Institut auch mit den Tonstudio „Metz Neun Synchron" in Offenbach zusammen. Logo-Absolventen, die in die Synchronarbeit reinschnuppern möchten, können dort entsprechende Erfahrungen sammeln und sich weiterbilden. Denn das Ziel ist: Moderatoren und Sprecher komplett auszubilden - auf höchstem professionellen Niveau.

*Ralf Haberski ist Ressortleiter für PR & Marketing im logo-Institut Frankfurt/Main

Kategorie: Gastbeitrag (ehemals Selbstdarstellungen von institutioneneigenen Mitarbeitern / ab GRIP 63)

Schlagworte: Ausbildung/Weiterbildung/Studium, TV/Rundfunk

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