GRIP 41

01.11.2009

Auf den Ton kommt es an

Große Kinofilme werden in den Frankfurter Herold Studios gemischt

Von Alexander Scherer

Wer in Frankfurt Wert auf guten Ton legt, kommt an den Herold Studios nicht vorbei. Seit nunmehr über 20 Jahren im Geschäft, hat sich das Studio einen exzellenten Ruf erworben. Ursprünglich als Herold&Besser Studios gegründet, firmiert das Tonatelier inzwischen als Herold Studios, nachdem 2004 einer der beiden Partner, Reinhard Besser, aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Dafür ist der langjährige Toningenieur Max Wanko unterdessen in die Geschäftsleitung nachgerückt. Er ist verantwortlich für die Herold Studios, während sich Wolfgang Herold heute vorrangig auf die Leitung der Herold Productions GmbH konzentriert, die als Co-Produzent internationaler Kinoprojekte auftritt.

Dank modernstem Equipment können die Herold Studios alle international verwendeten Tonformate wie DTS-ES, Dolby Digital EX oder SDDS bedienen. Für letzteres Format ist das Studio der einzige Betrieb in ganz Hessen, der diese Kinomischung beherrscht. In den hauseigenen Edit-Suiten erfolgen Dialog- und Musik-Schnitt; es entstehen Atmos, Hardeffects und das passende Sound-Design sowie die Komposition der Filmmusik. Die finale Abmischung erfolgt dann im eigenen Kinomischsaal, inklusive Kinoton 35mm-Projektion und THX Soundstage. Zudem können in einer sogenannten „Foley-Stage", einem Geräuscheatelier, alle gewünschten Geräusche mit variabler Akustik hergestellt werden.

Insgesamt werden im Jahr an die 10 Kinofilme bearbeitet. Hierzu zählten in der Vergangenheit internationale Produktionen wie "Far Cry" oder "Schwerter des Königs". Oder aktuell solche Titel wie "Der grosse Kater", eine schweizerisch-deutsche Co-Produktion oder das Biopic "Max Schmeling" mit Henry Maske in der Titelrolle. Dabei können sowohl Originalfassungen als auch die deutsche Synchronfassungen problemlos eingerichtet werden.

Neben Kinofilmen sind Radio-, Fernseh- und Kinowerbung die klassischen Schwerpunkte des Geschäfts. Mit einem festen Stamm von 10 Mitarbeitern und einem großen Pool an Freelancern ist der Betrieb eines der führenden Frankfurter Tonstudios. Dabei hat sich der Standort Frankfurt in den zurückliegenden 20 Jahren als sehr vorteilhaft erwiesen. So ist unter anderem die verkehrstechnische Anbindung mit dem internationalen Flughafen ein zentrales Argument, aber vor allem auch die Tatsache, dass Frankfurt ein Standort für die Werbebranche ist - schließlich begann die Erfolgsgeschichte des Hauses mit der Produktion von Werbejingles. Heute kommen viele Berliner Produktionsfirmen nach Frankfurt, um ihre Filme bei Herold mischen zu lassen. "Wir müssen also nicht in Berlin sitzen", so Max Wanko. Der Regisseur braucht nur zur Vorbesprechung und zur Abnahme zu kommen.

Die Aussichten für die Zukunft könnten, scheint es, kaum besser sein: Die Geschäfte laufen dem Vernehmen nach gut und das Ziel des Unternehmen ist es, auch weiterhin gute und erfolgreiche Filme zu machen. Zu hoffen bleibe allerdings, so Wanko ergänzend, dass Frankfurt als Dreh- und Produktionsort endlich mehr Aufmerksamkeit erfahre. "Eine bessere Förderung wäre wünschenswert, um auf Augenhöhe mit anderen Standorten konkurrieren zu können. Für den guten Ton würden wir dann schon sorgen."

Kategorie: Hintergrundbericht (GRIP FORUM)

Schlagworte: Postproduktion, Filmproduktion, Werbefilm, Spielfilm

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