GRIP 30

01.01.2004

Editorial GRIP 30

Von Redaktion

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

dem Film- und Medienstandort Rhein-Main ist mit der Einrichtung der Station rheinmaintv in Bad Homburg ein neuer Sender erwachsen, der kulturell wie wirtschaftlich der Region Auftrieb verschaffen wird. Grund und Anlass genug, sich in der vorliegenden Ausgabe der GRIP einmal verstärkt dem Ballungsraumfernsehen zu widmen. Zunächst ein Blick über den Zaun: Was im benachbarten Bundesland Nordrhein-Westfalen diesbezüglich geschieht, schildert Reinhard Kleber in seinem Beitrag »David und Goliath«. Höchst unterschiedliche hessische Sichtweisen auf das Ballungsraumfernsehen folgen in den Berichten Dieter Brockmeyers, Alexander Scherers und Hannes Karnicks. Während Dieter Brockmeyer noch einmal die Ereignisse des Sendestarts »Von der Pflicht zur Kür« kolportiert, fokussiert Alexander Scherer unsere Aufmerksamkeit auf den Umbruch der beruflichen Tätigkeiten und Berufsbilder, die sich mit dem Fortschreiten der Digitaltechniken ergeben. Unter dem Titel »Wunderwaffe Videojournalismus« fasst er zusammen, wie öffentlich-rechtliche Fernsehmacher einerseits und private andererseits die Veränderung ihrer Produktionsweisen betreiben und verstehen. Ein polemischer Zwischenruf bleibt nicht aus – nachlesbar in Hannes Karnicks Beitrag »Vierzig plus«.

In unserem Hauptanliegen, dem Filmschaffen, wahren wir die Kontinuität mit einem weiteren Schwerpunktthema der GRIP 30. Seit dem Start des Programmes Hessen-Invest Film übermitteln wir den Projektspiegel der aktuell durch die InvestitionsBank Hessen kofinanzierten Filme. Als Service für unsere geneigten Leser sind natürlich auch in dieser Ausgabe die Bedingungen des Programmes Hessen-Invest Film wie die zuständigen Ansprechpartner im Innenteil nachzulesen. Auch der Bericht Daniel Gütherts über den Medienmittwoch M², auf dem der mittlerweile aus dem Amt geschiedene Staatssekretär Herbert Hirschler leidenschaftlich für den Medienstandtort Hessen warb, weiß von den Stärken des Programmes zu künden: »Hessen ist besser als sein Ruf. « Fast gleichlautend schließt sich Christel Brunns Beitrag »Blick nach vorn« an, der ursprünglich als Statement zum Workshop des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst im Januar 2004 diente - auch sie nimmt ausdrücklich und persönlich auf die sehr positiven Effekte des Programmes Bezug. Zum nämlichen Workshop, einem Gespräch, zu dem der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, geladen hatte, entstanden auch die hier mitgeteilten »12 filmpolitischen Thesen« Ralph Förgs - angeregt durch die Mitgliederversammlung des Filmhauses, dann breiter diskutiert auf einem Jour fixe. Das Künstlerportrait der GRIP 30, gezeichnet von Claudia Prinz, gilt, die Eingeweihten haben es schon erkannt, der Filmemacherin und Grafikerin Leonore Poth. Das mittlerweile zum überregionalen Netzwerk herangewachsene Unternehmen ACAM Network präsentiert Alexander Scherer. Und wie in jeder Ausgabe erlauben wir uns, die Arbeit eines Sympathie-Kinos vorzustellen: Martin Loew berichtet über das Filmforum Höchst. Ein weiterer Jour fixe des Filmhauses, dokumentiert von Daniel Güthert unter dem Motto »Als die Bücher laufen lernten«. galt einem gemeinsamen Projekt der Buchmesse und der Wirtschaftsförderung Frankfurt. Vom derzeitigen Stand der Auseinandersetzung um die Urheberrechtsreform kündet Dr. Anne Breuers Beitrag »Der zweite Korb«.

Was diesmal nicht im Buche steht: Haushaltskürzungen der Hessischen Filmförderung, Haushaltssperre für das Filmhaus durch die Stadt Frankfurt, Abwanderungsbewegung unter jungen Filmemacherinnen, gravierende Mängel der Film- und Medienausbildung und die nicht vorhanden Mittel zur Repräsentation hessischen Film- und Medienschaffens. Es kann also nur besser werden.

Allen Freundinnen und Freunden des Filmhauses wünschen wir eine spannende Lektüre der GRIP, wir empfehlen unser Seminarprogramm, die grauen Seiten gegen den grauen Alltag, und laden Sie herzlich ein zu einem Besuch unserer Seiten www.filmhaus-frankfurt.de

Ihre GRIP Redaktion

Kategorie: Editorial

Schlagworte: GRIP, TV/Rundfunk, Filmförderung

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