GRIP 12

01.09.1995

Editorial

Von Redaktion

Dies ist die zweite GRIP im neuen Gewand.
Für die Veränderungen in Layout und Inhalt haben wir viel Lob bekommen. Dafür möchten wir uns im Namen aller, die daran mitgewirkt haben, herzlich bedanken.

Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema Filmförderung. Allenthalben ist Bewegung zu verzeichnen, und wo Bewegung ist, da ist auch die Sorge um die richtige Richtung nicht weit.

In Hessen, so war zu hören, stehen für den aktuellen Einreichtermin der Filmförderung ganze 300.000 DM zur Verfügung. Eine Summe, die Prof. Klaus Keil, Intendant der Filmboard GmbH Berlin-Brandenburg, so in etwa in der Portokasse haben dürfte. Dieter Brockmeyer hat mit ihm über Sinn und Unsinn, Macht und Ohnmacht, Kommerz und Kultur gesprochen.

In welche Richtung sich die Filmbüros in Hamburg und NRW bewegen werden scheint klar zu sein. Unklar ist aber, wo man landen wird: Nach der Integration in die kommerziellen, sprich wirtschaftlichen Förderinstitutionen befürchtet manch eine/r das Ende der Filmkunst. Andere hoffen, auf dem neuen Weg der lange vermißten Spezies Publikum zu begegnen. Thomas Tielsch (Filmemacher und Vorstandsmitglied des Filmbüros Hamburg) und Alfred Hürmer (Produzent und Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg GmbH) standen der GRIP Rede und Antwort.

Die Film- und Mediengesellschaft Baden- Württemberg hat in Gabi Röthemeyer eine neue Geschäftsführerin, die einen Etat von DM10 Mio zu verwalten hat. Dazu kommen noch einmal DM 2 Mio für die Medienwirtschaft.

Und auch in Hessen bewegt sich etwas. Schon seit einigen Wochen wird das Wort „hr-Filmförderung" von Filmer-Ohr zu Filme-rinnen-Ohr geraunt (manchmal auch umgekehrt), begleitet von konspirativ in die Höhe gezogenen Augenbrauen. Nur was es damit denn nun auf sich hat, wußte niemand so genau zu sagen. Dr. Hans-Werner Conrad, Programmdirektor des hr, gab auf dem jour fixe des Filmhauses Antworten, die zum Teil neue Fragen aufwarfen - Bericht im Heft.

Mit Beiträgen über Festivals (Kinderfilmfestival, Film-Fest Oldenburg, Exground on Screen), einem New Yorker Crash-Kurs in Regie, dem Konzept der Kreativ Börse, Buch-und Filmempfehlungen und einem Interview mit dem Drehbuchautor Thomas Kirdorf, hoffen wir, uns mit dieser GRIP in die richtige Richtung zu bewegen.

Zum Schluß sei noch ein Tip an unseren Ministerpräsidenten Hans Eichel erlaubt: Es macht sich immer gut, wenn man als Gastgeber auf der eigenen Party auch erscheint. Selbst wenn man „nur" Filmleute eingeladen hat!

Besserung wünscht

die Redaktion

Kategorie: Editorial

Schlagworte: GRIP, Filmförderung

Artikel im PDF aufrufen