Filmland Hessen 2 / 2013
01.11.2013
Sicherung der kulturellen Vielfalt
Mit Länderförderung die hessischen Kinos digital ausgestattet
Von Erwin Heberling*
Die Umstellung auf die digitale Projektionstechnik ist in den hessischen Kinos weitestgehend abgeschlossen. In den großen Häusern ohnehin. Und selbst die kleineren, kapitalschwachen Filmtheater, die etwa 100 sogenannten Kriterienkinos, für die eine Investition von rund 70.000 Euro pro Leinwand unerschwinglich wäre, haben dank der Fördertöpfe von Filmförderungsanstalt (FFA), Bund und Land die Umrüstung vollzogen. Zwei Millionen Euro hat die Landesregierung aus Mitteln des Europäischen Strukturfonds (EFRE) dafür bereitgestellt. Als „wichtigen Schritt für die Zukunftssicherung kleinerer Filmtheater und für die kulturelle Vielfalt des Standortes" hatte Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) dann auch die Einführung der Beihilfe gelobt.
Ursprünglich bis 2012 befristet, ist das Programm unterdessen bis Ende 2013 verlängert worden, womit den wenigen noch nicht digitalisierten kleinen Kinos die Chance winkt, die Anpassung nachzuholen. Die nötigen Mittel wären laut Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), die das Programm verwaltet, auch vorhanden: rund 400.000 Euro. Doch der Haken besteht im Kriterienkatalog der Förderer (FFA und BKM), den circa zehn betroffene Spielstätten in Hessen nicht erfüllen. Eine Vorgabe von mindestens 8.000 Zuschauern im Jahr können diese kleinen Kinos auf dem „flachen Land" nicht erzielen. Insofern wäre es wünschenswert, die Richtlinien seitens der Förderer zugunsten von kleinen „Nichtkriterienkinos" auszuweiten. Von der FFA wird ein solcher Schritt erwogen. Gerade wenn es um Kulturvielfalt geht, bedürfen die kleinen Lichtspielhäuser des besonderen Schutzes, sind sie doch häufig die letzten Kinobastionen am jeweiligen Ort und im ländlichen Raum. Dabei ist es fünf vor zwölf. Immer schwieriger wird es derweil, sich analoge Kopien zu sichern. Die großen Verleihfirmen haben angekündigt, ab 1. Januar ihre Filme überhaupt nur noch digital auszuliefern. Der technische Knock-out stünde also unmittelbar bevor.
* Erwin Heberling ist Geschäftsführer des Film- und Kinobüros Hessen
Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)
Schlagworte: Digitalisierung, Institution, Kino, Filmförderung, Wirtschaftsförderung
