Filmland Hessen 2/2009

01.11.2009

Filmprojekte möglich machen

Eine Rückschau auf die Erfolge von HessenInvestFilm in 2008

Von Polia Bauer und Ursula Vossen

Ende 2009 läuft der Filmfinanzierungsfonds HessenlnvestFilm, angesiedelt bei der neuen Wirtschafts- und Infrastrukturbank des Landes Hessen (WIBank, ehemals IBH) aus. Grund genug zurückzublicken, ob das Ziel, eine nachhaltige zukunftsträchtige Entwicklung des Filmstandortes Hessen anzustoßen, erreicht wurde. 

Das Ergebnis einer entsprechenden Evaluation belegt: Es zeichnet sich eine eindeutig positive Entwicklung der Filmförde-rung in Hessen ab. Die zunehmende Zahl und Qualität der eingereichten Projekte zeigt deutlich, dass sich der enorme Beratungs- und Akquisitionsaufwand lohnt. In bislang drei Sitzungen im Jahr 2009 lagen der Bewertungskommission insgesamt 47 Projekte mit einem Gesamtbudget von 140 Millionen Euro und einem beantragten Darlehensvolumen von 18,7 Millionen Euro zur Bewertung vor. Davon erhielten 14 Projekte mit einem Darlehensvolumen von insgesamt 6,4 Millionen Euro eine Förderzusage. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Produzenten erleben HessenlnvestFilm als kompetenten Ansprechpartner in allen Produktionsphasen. Ziel ist es, frühzeitig von künstlerisch und wirtschaftlich attraktiven Projekten zu erfahren, sie für HessenlnvestFilm zu interessieren und für Dreharbeiten oder die Vergabe von anderen Dienstleistungen während der Herstellungsphase in Hessen zu gewinnen. 

Politik feiert mit Max Schmeling-Filmteam 

Zum Settermin der Dreharbeiten zu Uwe Bolls „Max Schmeling" Anfang Juli im Schloss Sommerberg bei Frauenstein kamen neben zahlreichen Pressevertretern auch viele geladene Gäste. Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) drehte eine Runde mit Henry Maske, der die Boxlegende im Film verkörpert, am Steuer des eleganten Adler Trumpf, der einst Schmeling gehörte. Auch Staatssekretärin Nicola Beer (FDP) verfolgte die Dreharbeiten mit großem Interesse. Am Abend lud Staatsminister Stefan Grüttner (CDU) das Filmteam zum Grillabend in die Hessische Staatskanzlei ein. 

Weitere Dreharbeiten fanden im August in Frankfurt und Umgebung statt, unter anderem zu „Unter Dir die Stadt" von Christoph Hochhäusler und zu Lars Kraumes „Near-Future- Drama" „Die kommenden Tage" mit der Starbesetzung Bernadette Heerwagen, Johanna Wokalek, Daniel Brühl und August Diehl. Die deutsche Premiere von Margarethe von Trottas „Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen", teilweise im Kloster Eberbach gedreht, feierte das Publikum in Frankfurt in Anwesenheit der Regisseurin, des Produzenten Markus Zimmer sowie des Hauptdarstellers Heino Ferch. 

Hessen auf dem Toronto Filmfestival 

Einen schönen Erfolg feierte HessenlnvestFilm nur wenig später mit zwei Filmen beim Toronto International Film Festival: Margarethe von Trottas „Vision" und „Phantomschmerz" von Matthias Emcke. Zeitgleich lud die Wirtschaftsförderung Frankfurt eine hessische Filmdelegation nach Toronto ein. Bei einem von Manuela Schiffner organisierten Informationspanel „Come Closer! Canadian-German Co-Production" wurde unter anderem die Förderung HessenlnvestFilm anhand praktischer Beispiele präsentiert. 

In der September-Sitzung wurde neben der Förderung von drei Spielfilmen auch die von drei Dokumentationen mit insgesamt 855.000 Euro beschlossen. Die bislang höchste Förderung von HessenlnvestFilm ging mit einer Million Euro an den Spielfilm „Playoff" des israelischen Regisseurs Eran Riklis. 

Auch im Jahr 2010 wird HessenlnvestFilm weiter Dokumentar und Spielfilme aller Genres in ihrer Finanzierung unterstützen können: Beim Hessischen Filmpreis verkündete Ministerin Eva Kühne-Hörmann, dass von 2010 bis 2013 wieder 20 Millionen Euro für die wirtschaftliche Filmförderung zur Verfügung stehen werden. 

* Polia Bauer und Ursula Vossen sind Förderreferentinnen für HessenlnvestFilm

Kategorie: Gastbeitrag (ehemals Selbstdarstellungen von institutioneneigenen Mitarbeitern / ab GRIP 63)

Schlagworte: Filmförderung, Filmproduktion, Filmwirtschaft, Wirtschaftsförderung, Dreharbeiten

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