Filmland Hessen 2/2009

01.11.2009

Etage mit Aussicht

Das Deutsche Filmmuseum wird für 13 Millionen Euro umgebaut

Von Horst Martin

Das Deutsche Filmmuseum Frankfurt wird bis zum Frühjahr 2011 baulich komplett erneuert und erhält eine neue Dauerausstellung. Die Kosten des Projekts, deren Beginn für Herbst 2009 terminiert ist, betragen 11,5 Mio. Euro, die der Dauerausstellung weitere 1,5 Mio. Euro. Das vor 25 Jahren eröffnete Haus wird im Inneren neu gestaltet, die Programmflächen für den Publikumsbetrieb werden um 30 Prozent wachsen. Dabei soll das dritte Stockwerk, heute Bürofläche, als attraktivste Etage des Hauses - mit Blick auf die Skyline - künftig Spielfläche für Sonderausstellungen werden. 

Für die Direktorin des Deutschen Filminstituts (DIF), Claudia Dillmann, erfüllt sich damit die Vision eines Zentrums für Filmkultur und Filmkompetenz, das den Anforderungen des Medienzeitalters im 21. Jahrhundert entspricht. Anlässlich der Vorstellung des Projektes unterstrich Eva Kühne-Hörmann (CDU), Ministerin für Wissenschaft und Kunst, noch einmal die Bedeutung des Deutschen Filmmuseums und die Bereitschaft des Landes, sich als breit aufgestelltes Filmland weiter zu profilieren. Die seit Jahren notwendige Sanierung und Modernisierung, zu der auch die Erneuerung der Projektions- und Tontechnik des Kinos gehört, trage dem stark wachsenden Publikumsinteresse Rechnung und steigere die Attraktivität des Filmmuseums, das sich seit 2006 in Trägerschaft des DIF befindet. Getragen werden die Gesamtkosten in Höhe 11,5 Mio. Euro durch die Stadt Frankfurt (6,3 Millionen Euro), das Land Hessen (2,5 Mio. Euro) und den Bund (1,54 Mio. Euro). Die neue Dauerausstellung, deren Gestaltung zu späterer Zeit vorgestellt werden soll, wird außerdem mit Mitteln der Stadt Frankfurt, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, des Landes und der Stadt Eschborn gefördert. Während des Umbaus wird das Deutsche Filmmuseum geschlossen sein; die Neueröffnung ist für April 2011 geplant. Punktuell wird das Haus während dieser Zeit seine Angebote dennoch aufrechterhalten und im Kulturleben präsent bleiben. So kooperiert es beispielsweise an der interdisziplinären Ausstellung „Gesamtkunstwerk Expressionismus" mit der Darmstädter Mathildenhöhe (Oktober 2010 bis Januar 2011). Und das Internationale Kinderfilmfestival LUCAS wird auf anderen Kinoleinwänden zu sehen sein, ebenso wie die Reihe Klassiker & Raritäten oder das Kinderkino. 

*Horst Martin ist Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Filminstituts 

Kategorie: Gastbeitrag (ehemals Selbstdarstellungen von institutioneneigenen Mitarbeitern / ab GRIP 63)

Schlagworte: Institution, Filmkultur, Filmpolitik, Kulturförderung

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