Filmland Hessen 2/2009

01.11.2009

An die bisherigen Erfolge anknüpfen

Als Filmstandort wird Hessen vermehrt wahrgenommen. Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) im Gespräch mit Daniel Güthert

Von Daniel Güthert

Die Einweihung des Deutschen Filmhauses Wiesbaden, der großzügige Umbau des Deutschen Filmmuseums, 20 Jahre Hessischer Film- und Kinopreis: Was den Bereich Film anbelangt, muss Ihnen das neue Amt - seit Anfang des Jahres sind sie Ministerin für Wissenschaft und Kunst - sehr viel Freude machen? 

Ministerin: Film ist spannend und unterhaltsam - das ist keine Frage. Die Produktionen erfordern Kreativität, Engagement, Teamarbeit und brauchen auch die finanzielle Förderung. Mit Unterstützung der Filmförderung in Hessen entstehen immer mehr gute und erfolgreiche Filme. Das macht mir als Ministerin für Wissenschaft und Kunst natürlich Freude. 

Außer Bayern und Schleswig-Holstein ist Hessen das einzige Land mit einem Filmkulturpreis, und das schon seit 20 Jahren. Ist der Filmstandort Hessen doch besser als sein Ruf? 

Ministerin: Hessen ist ein profiliertes Filmland mit attraktiven Festivals und Veranstaltungen sowie einer starken Film- und Medienwirtschaft. Die Weiterentwicklung des Hessischen Film- und Kinopreises in der Kooperation von Landesregierung, Frankfurter Buchmesse und Hessischem Rundfunk hat wesentlich zur weiteren Imageverbesserung des Filmlands Hessen beigetragen. 

Besonderheit des Hessischen Filmpreises ist nicht nur, dass er nach Bayern der Zweitälteste ist, er bezieht auch auf die Kinolandschaft mit ein. Setzt Hessen damit auch ein programmatisches Signal? 

Ministerin: Die besondere Förderung der Filmtheater in Hessen ist erklärtes Ziel der Landesregierung. Die Auszeichnung der Kinos mit dem Hessischen Filmkunstpreis für besondere Programmangebote an Kinder, Jugendliche und Erwachsene bedeutet gleichzeitig eine wichtige Förderung dieser Filmtheater. gewidmet ist, lautet das Motto der Gala-Veranstaltung „Content meets Glamour". Um exzellente Inhalte auch angemessen zu präsentieren, gehört Glamour beim Film einfach dazu. 

Andererseits ist die Dotierung des Filmpreises mit 185.000 Euro relativ gering. Auch die Projektmittel der kulturellen Filmförderung sind mit 2,1 Millionen Euro nicht üppig. Sehen Sie da nicht Defizite? 

Ministerin: Die Qualität des Film- und Kinopreises bemisst sich nicht allein an der Dotierung, die ich übrigens für richtig halte. Entscheidend ist nicht zuletzt die Qualität der vorgeschlagenen Filme im Wettbewerb - und die stimmt ebenso wie die Zahl der Vorschläge. Der Hessische Film- und Kinopreis gehört zu den wichtigen und renommierten Auszeichnungen der deutschen Filmlandschaft. Und die kulturelle Filmförderung des Landes und des Hessischen Rundfunks ist in Deutschland beispielhaft und immer wieder erfolgreich. 

Der zweite Baustein der hiesigen Filmförderung ist der Wirtschaftsfonds HessenlnvestFilm, der 2006 auf 20 Millionen Euro für vier Jahre auf gestockt worden ist. Hat sich das Programm bewährt?

 Ministerin: Zu den besonderen Erfolgen dieses Programms gehört, dass in Hessen immer mehr Filme gedreht werden: „Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" von Margarethe von Trotta läuft zurzeit in den Kinos. Der Film wurde unter anderem im Kloster Eberbach im Rheingau gedreht. Die ARD-Fernsehserie „Geld Macht Liebe" entsteht in Bad Homburg und in Frankfurt am Main. Drehort des Spielfilms über Max Schmeling ist Wiesbaden, und der Film „13 Semester" wurde in Darmstadt gedreht. Genau das beabsichtigen wir mit der Filmförderung. HessenlnvestFilm ist also auf einem guten Weg. 

Der Hessische Filmpreis wird inzwischen als glamouröse Gala abgehalten. Braucht man so viel Pomp? Drohen die Preisträger und ihre Filme nicht in den Hintergrund zu geraten? 

Ministerin: Die Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises als überregional wahrgenommenes gesellschaftliches Ereignis trägt zur Profilierung des Film- und Medienstandorts Hessen bei. Da er in erster Linie den filmischen und medialen Inhalten 

Der Fonds läuft zum Jahresende aus. Sind Sie dafür, ihn fortzusetzen? 

Ministerin: Ja, er wird fortgesetzt! Die Gespräche mit dem Hessischen Finanzminister sind positiv verlaufen. Hessen-Invest-Film wird für weitere vier Jahre aufgelegt mit abermals 20 Millionen Euro. 

Kategorie: Interview

Schlagworte: Politiker*in, Filmförderung, Institution, Auszeichnung, Kino, Filmpolitik

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