Filmland Hessen 1 / 2014

01.05.2014

MIT FÜNF MILLIONEN EURO WIEDER DABEI

Hessen hält an seinem Förderprogramm Hessen Invest Film fest

Von Lena Pezzarossa*

Das Land Hessen hat sein Förderprogramm Hessen Invest Film zur Ankurbelung der Filmproduktion am Standort um ein weiteres Jahr verlängert. Die Richtlinien und Regularien des Programms sind dabei unverändert geblieben, auch die Zusammensetzung der Kommission. Zusätzlich hat sich das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zum Ziel gesetzt, zukünftig einen zentralen Ansprechpartner für die hessische Filmförderung zu installieren. Dazu möchte man das Jahr 2014 nutzen, um - wie im Koalitionsvertrag vereinbart - die Gründung einer Film GmbH voranzubringen. Somit kann die Bewertungskommission von Hessen Invest Film III ihre engagierte und konstruktive Arbeit für ein weiteres Jahr fortsetzen. Unter dem Vorsitz von Günter Schmitteckert (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) werden Sung-Hyung Cho (Regisseurin), Jakob Claussen (Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion), Heinrich Finger (Hessisches Ministerium der Finanzen), Benjamin Herrmann (Majestic Filmverleih), Michael Schmid-Ospach, Rolf Silber (Regisseur/Drehbuchautor), Paul Steinschulte (Universal Pictures International Germany), Heike Wiehle-Timm (Relevant Film) und Maria Wismeth (Hessische Filmförderung) an vier über das Jahr verteilten Terminen über aktuelle Projektanträge entscheiden. 

Beachtliches Plus an Drehtagen in Hessen 

Die Bilanz für Hessen Invest Film III, das von 2010 bis 2013 in Kraft war, kann sich indes sehen lassen: Insgesamt erhielten 44 Vorhaben 18,85 Millionen Euro an Fördermitteln. Konkret bedeutet dies, dass für jeden geförderten Euro durchschnittlich zwei Euro im Rahmen der Filmherstellungskosten in Hessen ausgegeben wurden. Imposante 600 Drehtage in Hessen sind ein weiteres Resultat der Projektförderung, die damit auch direkt die Attraktivität Hessens als Drehort beflügelte. Die Messlatte für die Zukunft liegt daher hoch. 

Denn über die erfreulichen wirtschaftlichen Resultate hinaus haben die geförderten Projekte mit einer großen Anzahl an Auszeichnungen, Preisen, Nominierungen und unzähligen Festivalteilnahmen auf sich aufmerksam gemacht. So zum Beispiel mit der Nominierung der polnisch-deutsch-kanadischen Koproduktion „In Darkness" der Regisseurin Agnieszka Holland für einen Oscar in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film. Auch die Weltpremiere der Science-Fiction-Actionkomödie „Iron Sky" im Rahmen der Berliner Filmfestspiele sorgte für große Aufmerksamkeit, ebenso wie das Drama „Lore" von Cate Shortland, das nicht nur auf internationalen Festivals Preise, sondern auch den Deutschen Filmpreis in Bronze erhielt. Schweighöfers Komödie „Schlussmacher" wurde mit einer „Lola" für den Publikumspreis ausgezeichnet. Zuvor war die Komödie schon mit dem Österreichischen Film- und Fernsehpreis „Romy" als Bester Kinofilm gefeiert worden. 

Weitere Verfilmung der „Pettersson und Findus“- Geschichten geplant 

Kinder- und Jugendfilmproduktionen wie „Das Haus der Krokodile", vollständig in Hessen in Szene gesetzt, wurden neben dem Bayerischen Filmpreis auch mit dem renommierten Preis „Goldener Spatz" des gleichnamigen Kinder-Medien-Festivals in Gera geehrt. Besonders erfreulich aber ist, daß der ebenfalls fast ausschließlich in Hessen gedrehte Film „Ostwind" - neben seiner Prämierung mit dem „Weißen Elefanten" für die Beste Regie und für die Beste Nachwuchsdarstellerin - im März für den Deutschen Filmpreis als Bester Kinderfilm und für die Beste Musik nominiert worden ist. Auf die „Lola"-Liste hat es auch Pepe Danquarts neuester Film „Lauf Junge lauf" mit gleich drei Nominierungen geschafft - für Daniel Gottschalk (Beste Kamera / Bildgestaltung), für Matthias Müsse (Bestes Szenenbild) sowie Kitty Kratschke und Juliane Hübner (Bestes Maskenbild). Zu Jahresbeginn konnte sich die hessische Produzentin Ilona Grundmann über eine Förderzusage für ihre neueste TV-Serie „Das Gedächtnis unseres Planeten" freuen. Und eine weitere Produktion, die sich in der ersten Jurysitzung über einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 850.000 Euro freuen durfte, war die zweite Verfilmung der erfolgreichen Kinderbücher von Sven Nordqvist unter dem Titel „Pettersson und Findus- Das schönste Weihnachten überhaupt" mit Ulrich Noethen und Marianne Sägebrecht in den Hauptrollen und dem „hessischen" Kater Findus, der von der Frankfurter Pixomondo zum Leben erweckt wird. 

* Die Autorin ist Förderreferentin von Hessen Invest Film 

Kategorie: Gastbeitrag (ehemals Selbstdarstellungen von institutioneneigenen Mitarbeitern / ab GRIP 63)

Schlagworte: Filmförderung, Wirtschaftsförderung, Filmpolitik, Dreharbeiten, Auszeichnung, Filmproduktion

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