Filmland Hessen 1 / 2010
01.05.2010
Wenn Tel Aviv in Hanau spielt
Mit aufwendigen Studiobauten ist in Hanau die internationale Produktion „The Exchange" entstanden
Von Claudia Prinz
2007 landete der israelische Dokumentarfilmer Eran Kolirin mit seinem ersten Spielfilm „Die Band von nebenan" einen international beachteten Kinoerfolg. Derzeit nun realisiert Kolirin seine zweite Regiearbeit „The Exchange", eine Produktion, an der federführend die Frankfurter Pandora-Film beteiligt ist. In dem Buch geht es um den jungen Wissenschaftler Oded, der durch einen Zufall zum heimlichen Beobachter seines eigenen Lebens wird und daraus eine Sucht entwickelt, die zu einer Veränderung seiner Persönlichkeit fuhrt.
Überwiegend ist die Finanzierung dieser deutsch-israelischen Koproduktion aus Deutschland gekommen, unterstutzt durch HessenlnvestFilm und das Medienboard Berlin-Brandenburg, so dass hier auch gedreht werden sollte. Dafür bot sich nur das Innenmotiv an, da die Außenaufnahmen auf jeden Fall in Israel stattfinden sollten. So wurde in Hanau, auf dem Gelände einer stillgelegten US-Kaserne, ein komplettes Studioset eingerichtet. Mit immensem Aufwand. Aber, so der Herstellungsleiter Fred Steinbach, „es wäre viel zu schwierig gewesen, eine Wohnung umzubauen. In einem Studio hat man viel mehr Bewegungsfreiheit, auch um etwa die intimen Szenen des jungen Ehepaares zu drehen."
Damit alles möglichst authentisch wirkt, wurden die Innendrehorte, ein Apartment und ein Büro, komplett aus Originalmaterialien nachgebaut. Alles sollte genau so aussehen wie in Tel Aviv. Eine nicht ganz einfache logistische Aufgabe, denn vierzig Tonnen Material wie Fußbodenkacheln, Dutzende Fenster und Türrahmen und das gesamte Mobiliar mussten aus Israel herbeigeschafft werden. In mehrwöchiger Arbeit wurde so aus der ehemaligen Sporthalle, die seit dem endgültigen Abzug der US Armee 2008 leer gestanden hatte, ein richtiges Studio. Die Nähe zu Frankfurt und der günstige Preis machen diesen Drehort attraktiv und man kann nur hoffen, dass er weiterhin als Studio Verwendung finden wird, denn auser einem fehlenden Wasseranschluss ist er perfekt. Mitte April, nachdem die Außenaufnahmen in Israel abgeschlossen waren, sind dort die Dreharbeiten zu „The Exchange" erfolgt, insgesamt neun Tage. Seit Schließung der Taunusfilm-Studios ist dies somit wieder der erste große Studiodreh in Hessen gewesen.
Kategorie: Bericht/Meldung (GRIP INFO + Filmland Hessen-Beiträge)
Schlagworte: Spielfilm, Dreharbeiten, Filmproduktion, Dokumentarfilm, Filmförderung
