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S37 Seminar: Der Kameramann Thomas Mauch erklärt seine Arbeit

Termin: Fr, 08.10.2021, 20:00 Uhr bis So, 10.10.2021, 14:00 Uhr
Ort: Kino des DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Leitung: Thomas Mauch, Kameramann
Teilnahmegebühr: 170,00 €
Schriftliche Anmeldung bis zum: 07.10.2021

Kategorien:
Anfänger – Fortgeschrittene - Experten

Der Kameramann Thomas Mauch ist eine Koryphäe seines Fachs. Von den 1950er Jahren bis heute war er an über 100 Filmen beteiligt und drehte mit Regisseur*innen wie Werner Herzog, Alexander Kluge, Edgar Reitz, Helma Sanders-Brahms und Werner Schroeter. Zahlreiche Filme etwa des Neuen Deutschen Films verdanken ihm ihre visuelle Handschrift.

Das Seminar besteht aus Filmsichtungen (drei bis vier von Mauch gedrehte Langfilme) mit anschließenden Analysen und Gesprächen, wobei die spezifische Kameraarbeit von Mauch im Vordergrund steht. Als Best Practice-Beispiele werden die Filme gemeinsam diskutiert und erörtert. Technische Themen wie Kameraeinstellungen und Lichtsetzung sind dabei ebenso vorgesehen wie künstlerische, auch geht es um die Freiheiten eines Kameramanns und die Zusammenarbeit am Set. Thomas Mauch steht den Teilnehmer*innen Rede und Antwort – getreu dem Motto: Wie haben Sie das gemacht, Herr Mauch?

Filmprogramm und Werkstattgespräche:

Freitag 8.10. (20:00 Uhr):
AUCH ZWERGE HABEN KLEIN ANGEFANGEN
(BRD 1970. R: Werner Herzog; D: Helmut Döring, Paul Glauer, Gisela Hertwig. 96 Min. 35mm. OmeU)

Das anschließende Seminargespräch mit Thomas Mauch wird moderiert von Kameramann Jörg Geißler.

Zum Inhalt:
Die Abwesenheit des Direktors wird von den Insassen einer im Niemandsland gelegenen Erziehungsanstalt zu einer Revolte genutzt, doch diese läuft mangels einer vorhandenen Autoritätsfigur ins Leere und endet in Selbstdestruktion: Die Bewohner richten ihre Aggressionen gegeneinander. Werner Herzogs zweiter Spielfilm beschreibt in insistierenden und teilweise surrealistischen, an Buñuel gemahnenden Bildfolgen einen radikalen Ausbruchsversuch aus den Konventionen, wobei fast jede zeitliche Progression aufgehoben scheint. Ein besonderer Effekt des Films ist es auch, dass die Rollen der Insassen von kleinwüchsigen Darstellern gespielt werden. (DFF)

Zum Ausschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=MLM1kygMta4


Samstag 9.10. (12:00 Uhr):
KURZFILMPROGAMM

ZUM BEISPIEL BRESSON

BRD 1967. R: Theodor Kotulla, Martin Ripkens, Hans Stempel; Dokumentarfilm. 31 Min. Blu-ray
LETZTE WORTE
BRD 1968. R: Werner Herzog; Dokumentarfilm. 13 Min. 35mm
BESITZBÜRGERIN JAHRGANG 1908
BRD 1973. R: Alexander Kluge; Dokumentarfilm. 11 Min. 16mm
DIE ACHSE
BRD 1984. R: Thomas Mauch; D: Michael Weber. 32 Min. 35mm

Das anschließende Seminargespräch mit Thomas Mauch wird moderiert von Winfried Günther (Kinoabteilung DFF).

Zum Inhalt:
Vier recht unterschiedliche Filme, die aber jeder auf seine Weise von der Spannung zwischen Dokumentarischem und Inszeniertem leben. ZUM BEISPIEL BRESSON beobachtet Robert Bresson bei den Dreharbeiten zu MOUCHETTE. LETZTE WORTE geht der Geschichte eines Mannes nach, der jahrelang allein auf einer verlassenen griechischen Insel lebte. In BESITZBÜRGERIN JAHRGANG 1908 portraitiert Alexander Kluge seine Mutter in einem bestimmten Moment ihres Lebens. Und Thomas Mauchs DIE ACHSE beleuchtet satirisch die Probleme eines PK-Kameramanns im Zweiten Weltkrieg, die Truppenbewegungen der deutschen Wehrmacht „richtig“, also in einer Vorwärtsbewegung, zu zeigen. (DFF)


Samstag 9.10. (16:30 Uhr):
SHIRINS HOCHZEIT
BRD 1976. R: Helma Sanders
D: Ayten Erten, Jürgen Prochnow, Aras Ören. 125 Min. DCP

Das anschließende Seminargespräch mit Thomas Mauch wird moderiert von Kameramann Jörg Geißler.

Shirin, eine junge Türkin aus Anatolien, entflieht der Zwangsverheiratung mit einem Gutsverwalter nach Istanbul, wo sie sich als Arbeiterin nach Deutschland anwerben lässt. In Köln, in fremder Umgebung in einem fremden Land, beginnt allerdings ihr Leidensweg erst so richtig … SHIRINS HOCHZEIT erzählt diese Geschichte schnörkellos und mit dezidierter Parteinahme für die Frauen und gegen die Männer. Seine große emotionale Wirkung erzielt er aber durch seine Genauigkeit in der Schilderung der einzelnen Situationen, seine zärtliche, niemals aufgesetzte Anteilnahme am Schicksal der Hauptfigur und seinen zurückhaltenden Stil.


Sonntag 10.10. (11:00 Uhr):
UNSICHTBARE TAGE ODER DIE LEGENDE VON DEN WEISSEN KROKODILEN
Deutschland 1991. R. Eva Hiller
Dokumentarfilm. 78 Min. 35mm

Das anschließende Seminargespräch mit Thomas Mauch wird moderiert von Eva Hiller.

Eva Hillers UNSICHTBARE TAGE ist ein filmischer Essay über die Lebensadern einer Großstadt, in Frankfurt am Main und Berlin gedreht: Man sieht Kommunikations- und Überwachungseinrichtungen, Abwasserkanäle, U-Bahn-Strecken, Stellwerke oder Reinigungs- und Postverteilungsanlagen, aber alles bei Nacht aufgenommen und damit entweder menschenleer oder mit wenigen Personen im Bild, die nachts arbeiten. Kontrastiv dazu die Stimme einer Frau auf der Tonspur, die die Dreierbeziehung reflektiert, in der sie sich befindet. Eine ganz andere Art von Großstadtfilm: ein Film über das technische Funktionieren des Systems.




Sofern verfügbar werden Restkarten für Film + Gespräch am 8. Oktober an der Kinokasse des DFF erhältlich sein. Für die Teilnahme an den Gesprächen mit Thomas Mauch am 9. und 10. Oktober ist eine Seminaranmeldung beim Filmhaus Frankfurt erforderlich.

 


Das Seminar richtet sich an die technischen Gewerke Kamera, Schnitt, Licht etc. sowie Filmwissenschaftler*innen.

THOMAS MAUCH hat als Kameramann (und auch als Regisseur) mit seiner Bildgestaltung und Ästhetik Erfolg und Wirkung zahlreicher Experimental-, Spiel- und Dokumentarfilme maßgeblich beeinflusst. Im Rahmen seines jahrzehntelangen Schaffens erhielt er mehrfach Auszeichnungen wie den Bundesfilmpreis und den Marburger Kamerapreis.

In Kooperation mit DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Teilnahmegebühr für Studierende: EURO 100,--
Bitte Hochschule unter "Bemerkungen" angeben.

Gerne verweisen wir auf die Weiterbildungsförderung im Rahmen des Programms >>Hessen STEP<<

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Mit Bescheinigung des Regierungspräsidium Darmstadt vom 29. März 2021 ist das Filmhaus Frankfurt mit seinem Seminarprogramm als berufsbildende Einrichtung anerkannt (§ 4 Nr. 21 a) bb) Umsatzsteuergesetz).
Dieses Angebot ist Teil des Lehrgangs „Technik & Postproduktion“.



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