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Im Namen der Urheber

Im Namen der Urheber
Die Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft sichert den Urhebern die kolletive Vergütung ihrer Werke
Von Brendan Berk

Alleine haben Komponisten, Schriftsteller, bildende Künstler, Filmschaffende und andere Kreative praktisch keine Möglichkeit, zu überprüfen, wer ihre Werke nutzt und ihnen dafür finanzielle Vergütung schuldig ist. Deshalb nehmen Verwertungsgesellschaften kollektiv die Rechte von Urhebern wahr. Die Verwertungsgesellschaften haben für ihre jeweiligen Bereiche quasi ein Monopol und werden vom Patent- und Markenamt beaufsichtigt. Zudem sind sie der Sozial- und Kulturförderung verpflichtet - finanzieren Stiftungen, vergeben Stipendien und Preise.

Schlagzeilen machten die Verwaltungsgesellschaften, als im Juni 2016 ihre Arbeit mit dem Verwertungsgesellschaftsgesetz eine neue rechtliche Grundlage erhielt. Das bis dahin gültige Urheberrechtswahrungsgesetz wurde abgelöst. Die Änderung war nötig geworden, nachdem der Bundesgerichtshof die jahrzehntelange Praxis von GEMA und VG-Wort, Buch-, Zeitungs- und Musikverlage pauschal an den Vergütungen zu beteiligen, für rechtswidrig erklärt hatte.

Das neue Gesetz sieht vor, dass die Verteilung des Geldes künftig nach Anteilen erfolgt, die von Autoren, Verlagen und Verwaltungsgesellschaften ausgehandelt werden. Der Anspruch der Bundesregierung, das neue Gesetz schaffe Transparenz und stelle die Urheber besser, ist jedoch zumindest umstritten.

Von den aktuell 13 Wahrnehmungsgesellschaften sind nachstehend die sechs wichtigsten und größten Einrichtungen in einem Überblick zusammengefasst.

Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA)

Die GEMA gehört mit rund 1000 Mitarbeitern und an die 70.000 angeschlossenen Musikschaffenden und Verlegern zu den größten und bekanntesten Verwaltungsgesellschaften. Für ihre Mitglieder überprüft sie, wann und wo deren Werke öffentlich aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder anderweitig genutzt werden und erhebt dafür Urheberrechtsabgaben. Fällig werden die GEMA-Gebühren etwa bei Radiosendern, Konzertveranstaltern oder in Clubs und seit neustem auch auf der Videoplattform YouTube. Auf Geräte und Medien zum Vervielfältigen und Speichern von Musik, wie etwa CD-Brenner und CDs, wird beim Verkauf eine Pauschalabgabe erhoben, die an die GEMA und andere Verwertungsgesellschaften fließt. Jeder Komponist, Textdichter oder Musikverleger kann GEMA-Mitglied werden. Die Mitglieder zahlen eine Aufnahmegebühr und einen monatlichen Mitgliederbeitrag und übertragen dem Verein für die Dauer der Mitgliedschaft alle Rechte an ihren Werken.

Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)

In der VG Wort sind weit über 400.000 Autoren, Übersetzer und Verlage von literarischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten zur gemeinschaftlichen Wahrnehmung von Zweitverwertungsrechten zusammengeschlossen. Dabei ist es egal, ob ihre Texte gedruckt werden, online erschienen, oder für Rundfunk und Fernsehen geschrieben sind. Stellvertretend für ihre Mitglieder erhebt die VG Wort pauschale Abgaben auf praktisch jedes Gerät oder Medium, mit dem sich Kopien von Texten herstellen oder speichern lassen. Dazu gehören etwa Scanner oder Drucker. Hinzu kommen Abgaben von den Betreibern von Copyshops, Bibliotheken oder Pressestellen, die Kopien verbreiten oder Texte zugänglich machen. Die Tantiemen werden ein Mal im Jahr ausgeschüttet. Die Registrierung bei der VG Wort und die jährliche Anmeldung von Ansprüchen sind kostenlos.

Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst)

Die VG Bild-Kunst vertritt unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler aus den Berufsgruppen Kunst, Fotografie und Film. Zum Bereich Film gehören vor allem Regisseure, Kameraleute, Editoren sowie Szenen- und Kostümbildner. Hinzu kommen Dokumentarfilmproduzenten, Bildagenturen und Kunstbuchverlage. Eine Besonderheit der VG Bild-Kunst ist das sogenannte Folgerecht. Es sichert bildenden Künstlern eine prozentuale Beteiligung am Erlös aus der Weiterveräußerung ihrer Werke, etwa auf Auktionen. Auch die Erben der Künstler können Mitglied der VG Bild-Kunst werden.

Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL)

Die GVL nimmt im Gegensatz etwa zur GEMA nicht die Rechte von Urhebern wie Komponisten oder Textdichtern wahr, sondern vertritt in erster Linie die Interpreten und deren Verlage. Zu diesen sogenannten ausübenden Künstlern gehören Dirigenten, Sänger, Schauspieler oder Synchronsprecher. Auch Videoclipproduzenten, Stuntmen oder Tänzer können der GVL ihre Zweitverwertungsrechte übertragen. Die GVL nimmt Gelder unter anderem von Radio- und Fernsehsendern sowie für die öffentliche Wiedergabe von Videos und Musik bei Veranstaltungen oder Gaststätten ein. Hinzu kommen Einnahmen durch Vermietung und Verleih von Ton- und Bildträgern etwa in Videotheken oder Bibliotheken. Grundlage ist dabei das Leistungsschutzrecht, das Ähnlichkeit zum Urheberrecht aufweist.

Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH (VGF)

Die VGF vertritt in erster Linie Kinofilmproduzenten und Regisseure sowie Filmverleiher, Lizenzhändler und Weltvertriebsunternehmen. Auftragsproduktionen fürs Fernsehen sowie die Rechte an sogenannten vorbestehenden Werken (Drehbuch, Musik, Ausstattung, Schnitt) sind ausdrücklich ausgenommen. Die von der VGF für ihre Mitglieder im In- und Ausland geltend gemachten Vergütungsansprüche beziehen sich vor allem auf die Video- und DVD-Vermietung, auf das Kabelweitersenderecht für die Einspeisung terrestrisch ausgestrahlter Filme in regionale Kabelnetze wie auch auf die Abgabe auf Geräte und Speichermedien für die private Vervielfältigung von Filmen. Die entsprechenden Rechte werden von den Inhabern an die VGF übertragen. Lizenzrechte sind davon ausgeschlossen, sodass der Produzent in der Verwertung seiner Filme frei bleibt.

Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF)

Bei der VFF können nur deutsche Auftragsproduzenten sowie die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die Privatsender RTL, SAT 1, ProSieben, DSF, VOX, RTL 2 und Kabel 1 sowie einige regionale TV-Sender ihre Urheberrechte vertreten lassen. Auch bei der VFF spielen die Einnahmen aus der Abgabe auf Geräte und Speichermedien eine wichtige Rolle. Hinzu kommen Gebühren für die Verwendung von TV-Sendungen durch Behörden und andere öffentliche Institutionen. Fünf Prozent der Einnahmen fließen in einen Förder- und Sozialfonds. Die VFF ist damit unter anderem mit Stipendien im Bereich der Nachwuchsförderung aktiv und vergibt beispielsweise beim Filmfest München den Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis.

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