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Schaut auf diese Stadt

Schaut auf diese Stadt

Alles auf einen Blick: mit ihrem neuen Webportal "Film in Frankfurt" will die Stadt zeigen, daß sie das Film- und Mediengeschäft sexy findet / Von Daniel Güthert

Was man kaum für möglich gehalten hätte in der kühlen Finanz- und Bankenmetropole, ist jetzt amtlich: Frankfurts Verhältnis zur Filmbranche ist neuerdings erotisch aufgeladen. "Wir lieben Film" offenbart die neue Website der Stadt, die sich an in- und ausländische Produktionsunternehmen wendet, ihre Projekte in Frankfurt zu realisieren. Die Mainmetropole auf ein einseitiges Skyline-Image zu reduzieren, gebe ein völlig falsches Bild, so Projektleiterin Manuela Schiffner bei der örtlichen Wirtschaftsförderungs GmbH, unter deren Federführung das Internetportal "Film in Frankfurt" entstanden ist. Denn Frankfurt sei viel facettenreicher und biete eine Fülle interessanter, unverbrauchter Kulissen. Hinzu kämen aber auch produktionstechnische Vorzüge: "Durch die räumliche Konzentration sind die Wege kurz, und die Palette der professionellen Dienstleister vor Ort, der Film-, Audio- und Postproduktionen ist groß. Dies ermöglicht allen Filmherstellern ein professionelles, zeit- und kosteneffizientes Arbeiten.“

Wer somit den Suchbefehl "Film in Frankfurt" eingibt, erhält - auch in Englisch - alle erdenklichen Daten und Informationen rund ums Filmemachen. Dort findet er umfassende Hinweise zu Drehgenehmigungen und Verwaltungsgebühren, zu Förderinstitutionen, zu Agenturen und zu allen Dienststellen der Stadt, die auch nur im entferntesten mit der Betreuung von Filmprojekten befasst sein könnten. Auch Partnerinstitutionen sind dort empfohlen wie etwa die Filmcommission Hessen, die über eine umfangreiche Datenbank verfügt, um Anfragen nach Filmschaffenden, nach Gewerken und Dienstleistern, nach Motiven und Locations für Frankfurt und Hessen gezielt zu bedienen. "Mit dem neuen Serviceangebot wollen wir deutlich machen, dass die Stadtverwaltung flexibel und modern und vor allem filmorientiert ist," erläutert Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) die Intention. "Wir freuen uns über jedes Filmprojekt, das in Frankfurt am Main realisiert wird. Denn jeder Film, der hier entsteht, ist gleichzeitig auch Werbung für die Stadt und die hiesige Filmwirtschaft."

Unverkennbar greift die Stadt damit eine aktuelle Entwicklung auf, wonach die Kreativwirtschaft insgesamt als junger, daynamischer und innovativer Wirtschaftszweig verstärkte Anerkennung findet und durch Infrastrukturmaßnahmen und öffentliche Förderung ausgebaut werden soll. So ist vor geraumer Zeit eigens ein Servicebereich für Film und Drehgenehmigungen eingerichtet worden; es werden Gründerzentren mit Büros und Austellungsflächen gefördert, Locationtouren angeboten. Bei der neu entwickelten Filmmesse B3 - Biennale des Bewegten Bildes gehört die Stadt zu den Trägern, und vieles mehr wird in Angriff genommen, um diesem jungen, aufstrebenden Innovationssektor gerecht zu werden. Dazu gehört auch die Einrichtung des Kompetenzzentrums Kreativwirtschaft bei der Wirtschaftsförderung. Manuel Schiffner, Projektleiterin des neuen Bereichs unterstreicht die Bedeutung: "Damit ist ein klares Signal gesetzt, dass die Stadt diesem Wirtschaftszweig eine besondere Rolle beimisst und ihn gezielt mit Maßnahmen unterstützen will.“

Tatsächlich haben Fördereinrichtungen und Programme wie etwa der Bürgschaftsfonds Hessen Invest Film, der 2002 erstmals von der Landesregierung aufgelegt worden ist, ihre Wirkung nicht verfehlt. Mehr Drehs denn je sind in Hessen in den zurückliegenden Jahren realisiert worden. Allein in Frankfurt lag im Rekordjahr 2012, wie der zuständige Referent Cenk Gelen berichtet, die Zahl der Drehgenehmigungen bei über 410 Anträgen, Termine für Werbung, Wirtschaftsfilm, Aktuelles und Photoshootings dabei mit eingeschlossen. Und es mache nicht den Eindruck, so Gelen weiter, als hielte dieser Trend nicht auch in Zukunft an. Dazu soll auch die neue Internetplattform "Film in Frankfurt" beitragen, getragen von einem interdisziplinären, institutions- und ämterübergreifenden Serviceteam für Film, an dem neben der Wirtschaftsförderung in erster Linie noch das Presse- und Informationsamt, das Ordnungsamt mit seiner Servicestelle Film, die Tourismus- und Kongress GmbH und das Kulturamt beteiligt sind.

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