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Fünf Freunde gehen ihren Weg

Fünf Freunde gehen ihren Weg

Der Frankfurter Filmgeräteverleih MBF blickt auf 30 Jahre Firmengeschichte zurück

Von Claudia Prinz

Wie es fünf Freunden gelang, aus einem kleinen Filmlichtverleih in Frankfurt einen mittelständischen Betrieb in drei Großstädten aufzubauen, ist eine regelrechte Erfolgsgeschichte. Uwe Heller, Peter Matthäi, Michael Schäfer, Peter Schulz und Hans Hager arbeiteten als Beleuchter beziehungsweise Kamera-Assistenten 1982 beim Dreh von Rolf Silbers „Kassensturz“, als ihnen auffiel, dass die ganze Technik für den Film von weit her herangeschafft werden musste. Denn in Frankfurt war schlicht nichts vorhanden. Das sollte nicht so bleiben.

„In einer Küche in Neu Isenburg beschlossen wir, eine Firma zu gründen", erinnert sich Peter Matthäi. "Wir waren alle technikverrückt und wussten, dass es da einen Bedarf gab. Jeder steuerte 10.000 Mark bei. Dafür kauften wir einen Lkw und dann fuhr ich Ende 1982 mit meinem Kombi nach Mailand und Rom und besorgte die Ausrüstung bei Manfrotto und den anderen italienischen Herstellern, die damals den Markt beherrschten."

Der neuen Firma kam zugute, dass es hessische Filmschaffenden und Kinobetreibern 1984 gelang, eine kulturelle Filmförderung bei der ersten rot-grünen Landesregierung politisch durchzusetzen, was die filmischen Aktivitäten in der Region befeuerte. Ein weiteres Plus war, dass zu dieser Zeit die dritten ARD-Programme zu Vollprogrammen ausgebaut wurden und das Privatfernsehen groß zu werden begann. Damit tat sich eine Marktlücke auf, die MBF zu nutzten wusste.

Die Serie „Diese Drombuschs“, die von 1983 bis 1994 im ZDF lief, wurde zur soliden Grundlage für den Erfolg, denn eine solche Produktion bot die Gelegenheit, sich über einen längeren Zeitraum hinweg zu professionalisieren.

Bereits 1987 war die Firma so groß, dass sie sich räumlich erweitern mußte und zunächst nach Griesheim und dann nach Rödelheim zog. Dort an der Westerbachstraße hatte man 1997 schließlich den idealen Standort gefunden: großräumig und nahe der Autobahn. Dies löste noch einmal einen großen Expansionsschub aus. Der Kamerabereich wurde deutlich aufgestockt; dazu kamen alle Geräte, mit denen man Studios ausrüsten konnte und eine „Cineboutique“ für Kleinmaterial, das am Set benötigt wird. Inzwischen macht der Verkauf ein Drittel des Umsatzes aus.

Als Monaco Film 1998 bei der Produktion von „Faust“ Probleme mit Studio Hamburg bekam, hatte MBF über Nacht dort einen neuen Job und nutzte dies, um im Norden ein zweites Standbein zu etablieren; 2010 kam noch Berlin hinzu, neuer Schwerpunkt für Werbe- und Imagefilmproduktionen, die von Anfang an zum Kundenkreis gehörten.

In den letzten Jahren hat durch die Umstellung auf Elektronik eine riesige Umwälzung in der Branche eingesetzt. Die 16mm-Technik, früher das klassische TV-Medium und seit den Anfängen fast unverändert, fiel komplett weg, und auch 35mm-Geräte werden inzwischen kaum noch ausgeliehen. Elektronische Kameras kommen zum Einsatz, die aber bereits nach einem halben Jahr veraltet sein können.

Uwe Heller sieht diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Das hat dazu geführt, dass sich Fernsehanstalten Kameras ausleihen, anstatt sie selbst anzuschaffen. Andererseits gibt es eine größere Konkurrenz durch Firmenzusammenschlüsse und -beteiligungen. Die Fernsehanstalten drücken seit mehreren Jahren die Preise bei den Produktionsfirmen, die das an uns weitergeben. So stehen steigende Kosten bei der Anschaffung sinkenden Einkünften bei der Vermietung gegenüber, was sich nur durch höheren Umsatz ausgleichen lässt.“

Durchweg erfreulich dagegen ist die Situation im Ausbildungsbereich. Elektromeister Uwe Heller ist stolz darauf, wie viele Praktikanten und Lehrlinge den Betrieb durchlaufen haben - Schüler, Studenten, Kameraleute und freie Mitarbeiter, die während oder nach der Schulzeit Kameratechnik und Beleuchten gelernt haben: „Wir freuen uns immer wieder wie Eltern, wenn unsere Praktikanten später erfolgreich arbeiten. Viele, die hier den Betrieb durchlaufen haben, sind in ganz Deutschland verstreut. Sie verbreiten unseren guten Ruf und wir können bei Bedarf auf sie zurückgreifen. Insofern hat sich die quasi-familiäre Struktur der Anfänge erhalten. “

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