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Ein Streifzug durch das aktuelle indische Kino

Ein Streifzug durch das aktuelle indische Kino

Das 5. "New Generations Filmfestival" in Frankfurt ist zu Ende gegangen

Von Daniel Güthert

Vom 1. bis 3. November stand das Frankfurter Kino Orfeo's Erben im Zeichen des indischen Films mit der 5. Auflage des New Generations – Independent Indian Filmfestivals. Drei Tage indische und südasiatische Produktionen, jenseits des Mainstreams angesiedelt, und die mit Bollywood nur noch insoweit zu tun haben, als sie allenfalls einen neugierigen Blick hinter die Kulissen dieser Mega-Unterhaltungsindustrie werfen. So in dem Dokumentarfilm "Beyond Bollywood" von Ruchika Muchala und Andrew Dow, der Menschen im Produktionsapparat zeigt, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Auch in "The Human Factor", einer Doku von Rudradeep Bhattacharjee, ging es um Personen im Hintergrund, nämlich um im indischen Kino so wichtigen, aber nie erwähnten Orchestermusiker, die die Leinwandhits einspielen.

Überhaupt befassten sich viele Beiträge mit dem Medium selbst, denn die diesjährige Edition war dem Jubiläum "100 Jahre indisches Kino" gewidmet. Rund ein knappes Dutzend Titel stand auf dem Programm - neben Dokumentarfilmen, Spielfilme und ein Kurzfilm. Und etliche der Filmemacher waren als Gäste geladen, um Ihre Arbeiten vorstellen zu können wie beispielsweise der Regisseur Kamal, dessen Biopic "Celluloid" um die tragische Geschichte des keralesischen Filmpioniers J.C. Daniels kreist.

Eröffnet wurde das Festival in einer Deutschlandpremiere mit dem vielfach preisgekrönten Publikumserfolg "Ship of Theseus". Ein ruhiger, hintergründiger Episodenfilm über Menschen auf der Suche nach ihrer Identität. „Gemeinsam haben wir bewiesen, dass das indische Publikum regelrecht nach Erkenntnis, Phantasie, Schönheit und Bedeutung im Kino verlangt“, erklärte Regisseur Anand Gandhi den großen Zuspruch gerade der jungen Generation für seinen Film.

Darin liegt auch der Anspruch des Festivals, das sich auf das neue indische Kino konzentriert, mit aktuellen Arbeiten, die sich entgegen landläufiger Muster den Herausforderungen und Problemen der modernen, urbanen Gesellschaft stellen, die die Beziehungskonflikte und die veränderten Geschlechterrollen thematisieren. Und daß dieser Trend mit interessanten Titeln aufwarten kann, hat auch die 5. Ausgabe des Festivals 2013 allfällig aufgezeigt.

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