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Mit vielen internationalen Gästen

Das Festival "Cuba im Film" präsentiert seine 16. Auflage

Von Klaus-Peter Roth*

Im Mai wird das Filmforum Höchst wieder Schaufenster für den Kubanischen Film sein, wenn das Festival "Cuba im Film" seine 16. Ausgabe präsentiert. Insgesamt 30 aktuelle Kinowerke aus den Bereichen Spielfilm sowie Dokumentar- und Kurzfilm werden vom 19. bis zum 28. Mai zu sehen sein. Dabei stützt sich die Auswahl auf Produktionen, die im vergangen Dezember auf dem "Internationalen Festival des neuen lateinamerikanischen Kinos" in Havanna gelaufen sind und dort große Erfolge gefeiert haben.

Eröffnet wird das Frankfurter Festival mit "Lisanka" von Daniel Diaz Torres, der neben Fernando Perez zu den bekanntesten und renommiertesten kubanischen Filmemachern zählt und der mit seinem satirischen Meisterwerk "Alicia im Land der Wunder" (1991) auch bei uns bekannt wurde. Für die Deutschlandpremiere von "Lisanka" wird Torres beim beim Festival zu Gast sein zusammen mit dem Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur Eduardo del Llano, auf dessen Drehbuch "Lisanka" basiert.

Als einer der Höhepunhkte im Festivalprogramm  "Cuba im Film" kann die Aufführung von "Afinidades" ("Gemeinsamkeiten") gewertet werden, der ersten gemeinsamen Regierarbeit des Schauspielergespanns Jorge Perugorría und Vladimir Cruz, die als Darstellerduo in "Erdbeer und Schokolade" ihren internationalen Durchbruch feierten. In Havanna sorgte "Afinidades" für ausverkaufte Kinosäle mit nicht selten an die 1000 Zuschauer. Ein Zuspruch, der sich einerseits aus der Popularität der beiden Regisseure und Darsteller Perugorría und Cruz erklärt, aber auch aus der Hintergründigkeit der Handlung, die die derzeitige ökonomische Umbruchssituation widerspiegelt. Zwei Paare verbringen einige Tage in einer Ferienanlage in Guama in den Zapata Sümpfen und überlassen sich mehr und mehr ihren Instinkten und ihrer Sexualität, die schließlich zum - nicht für alle freiwilligen - Partnertausch führt und von Machtansprüchen, Abhängigkeiten sowie hierarchischen und machistischen Strukturen geprägt ist. Auch Vladimir Cruz wird zu Gast beim Festival im Filmforum sein.

Beim Filmfest in Havanna war gerade die ganz junge Kinogeneration sehr stark vertreten; einige dieser Arbeiten werden jetzt auch in Frankfurt zu sehen sein wie etwa "Casa vieja" ("Das alte Haus") von Lester Hamlet, dessen Film von den Lebenslügen und dem Zerfall einer kubanischen Familie erzählt, oder als weiteres Beispiel der Kurzfilm "Comite 666" ("Der Ausschuß 666") von Arturo Infante. Zur Förderung des jungen Films vergibt das Festival auch in diesem Jahr wieder den Kurzfilmpreis "Junger Kubanischer Film", der von einer Jury hessischer Filmstudenten aus dem Programm des kubanischen Festivals "Muestra de Nuevos Realizadores" ausgewählt wird.

Auf zwei weitere Kinofilme im Festivalprogramm soll noch aufmerksam gemacht werden, die sich als beispielhaft für die Vielfalt und Qualität des kubanischen Filmschaffens empfehlen: In "Boleto al paraiso" ("Fahrschein zum Paradies") erzählt  der bislang für seine Komödien bekannte  Regisseur Gerardo Chijona eine Geschichte aus den 90er Jahren, in deren Mittelpunkt junge kubanische Heavy Metal Fans stehen, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt wurden. Und mit der Tragikomödie "El premio Flaco" ("Der schmale Hauptgewinn") inszeniert Juan Carlos Crematas eine Hommage an das burleske und das neorealistische italienische Kino der 50 Jahre. Auch zu diesen beiden Filmen werden Gäste beim Festival anwesend sein. Angekündigt sind die Hauptdarstellerinnen Mirieylis Cejas ("Boleteo al paraiso") und Paula Alí aus "El primo flaco".

Und wie immer werden Lesungen und Konzerte das Rahmenprogramm des Festivals bilden. Das Auftaktkonzert mit der kubanischen Musikgruppe "Klazz Brothers & Cuba Percussion" findet am 19. Mai im Neuen Theater Höchst statt.

 

*Klaus-Peter Roth ist Leiter des Filmforum Höchst