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GRIP 38

Den politischen Stillstand überwinden

Die Vereinigung der Hessischen Filmwirtschaft hält an ihren Positionen fest und sucht den Dialog mit der Politik

Von Daniel Güthert

Trotz der herrschenden Pattsituation im Hessischen Landtag – ohne koalitionierte politische Mehrheiten derzeit - setzt die hiesige Filmwirtschaft fest darauf, dass es in Sachen Film- und Medienförderung weitergeht. So zumindest umreißt der Vorsitzende der Vereinigung der Hessischen Filmwirtschaft, Ernst Szebedits, die Situation aus der Sicht der Branche. Geplant ist, so Szebedits, in den nächsten Wochen Anträge an die fünf Fraktionen zu formulieren, anhand deren die film- und medienpoltischen Weichenstellungen im Land vollzogen werden sollen.

Im Kern spricht sich die Vereinigung, wie sie schon in ihrem Grundlagenpapier vom Frühjahr formuliert hat, für zwei zentrale Forderungen aus, um zu einer auf Dauer verlässlichen, wirtschaftlich nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Standortsicherung für die hessische Film- und Medienbranche zu gelangen: Zum einen fordert sie die schon lang empfohlene "film und medien gmbh hessen" und zum anderen spricht sie sich für die Aufstockung der wirtschaftlichen Förderetats von gegenwärtig 8 Millionen jährlich auf 12 Millionen Euro aus, inklusive den kulturell definierten Fördertöpfen seitens des Landes und des Hessischen Rundfunks (ca. 2,3 Millionen Euro).

Seit langem schon plädiert die Filmbranche für eine grundsätzliche Reorganisation der hessischen Vergabestrukturen, die künftig in der "film und medien gmbh hessen" zusammenlaufen sollen, wodurch die Strukturen synergetisch vereinheitlicht wären. Durch die "film und medien gmbh" wären nach den Vorstellungen der Wirtschaftsvereinigung drei zentrale Handlungsfelder gewährleistet: erstens die kompetente Umsetzung der kulturellen und wirtschaftlichen Förderpolitik, zweitens die Integration und Vernetzung des Standortes Hessen mit den übrigen nationalen wie internationalen Fördereinrichtungen und -strukturen und drittens die Außendarstellung und Vermarktung des Filmlands Hessen.

Durch die Restrukturierung könnte, so Szebedits, namentlich auch die bestehende Parzellierung des Fördersystems überwunden werden. "So könnten die Aktivitäten der verschiedenen Gruppen wie Location Hessen, wie Kino- und Filmbüro, kulturelle Förderung des Landes und des hr und nicht zuletzt HessenInvest Film der IBH unter einem Dach in einer kompakten, effektiven Verwaltungseinheit zusammengefasst werden." Für die Durchsetzung dieses Konzepts werde es seiner Einschätzung nach aber sehr darauf ankommen, dass sich die verschiedenen Institutionen in diesem Grundkonsens der Wirtschaftsvereinigung anschließen.

Denn vorrangige Aufgabe des Verbandes wird es sein, die Politik von der Richtigkeit des Konzepts zu überzeugen. Ob es aber angesichts der Hängepartie im Landtag absehbar überhaupt zu politischen Richtungsentscheidungen kommen wird, ist natürlich ungewiss. Die Vereinigung jedenfalls werde sich weiter mit Nachdruck dafür stark machen, so Szebedits, dass dringend notwendige Strukturverbesserungen in Gang gebracht werden. Man wolle zumindest nicht von vornherein ausschließen, dass nicht doch ein entsprechender interfraktioneller Beschluss zustande kommt und verabschiedet wird. Zumal Finanzminister Weimar (CDU) noch in der alten Legislaturperiode im Gespräch mit Vertretern der Filmwirtschaft seine Unterstützung der Konzepts zugesichert hatte.