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Fifty-Fifty in Hessen – Mehr als Hundert

Ein Gastbeitrag von Burkhard Althoff

Um Talente in und aus Hessen zu fördern, sind das ZDF/Das kleine Fernsehspiel und die HessenFilm und Medien GmbH eine Zusammenarbeit eingegangen. Der Startschuss für die neue Fifty-Fifty-Förderung fällt im April 2022.

Die Vereinbarung wurde am 21. Oktober, einen Tag vor der Verleihung des Hessischen Filmpreises 2021, bekannt gegeben. Über einen Zeitraum von zunächst vier Jahren werden die HessenFilm und das ZDF/Das kleine Fernsehspiel Projekte bis zu einer Gesamtsumme von jährlich einer Million Euro paritätisch und rasch finanzieren. Damit wollen wir gemeinsam speziell die innovationsfreudige hessische Filmbranche und Talente aus den Bereichen Regie, Drehbuch und Produktion aus der Region fördern.
Das Engagement des kleinen Fernsehspiels für Filme aus Hessen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits der erste Hessische Filmpreis 1990 ging an Michael Kliers ÜBERALL IST ES BESSER, WO WIR NICHT SIND, eine Auftragsproduktion von ZDF/Das kleine Fernsehspiel mit der Frankfurter Daniel Zuta Filmproduktion. Der Film kam nach seiner TV-Ausstrahlung erfolgreich in die Kinos und war damals für mich ein prägendes Kino-Erlebnis.

Zahlreiche Auszeichnungen beim Hessischen Filmpreis
Aber nicht nur in den 90er Jahren, auch im aktuellen Jahrtausend zeigen die zahlreichen Auszeichnungen beim Hessischen Filmpreis die Qualität der von der Hessischen Filmförderung unterstützten kleinen Fernsehspiele. Hierzu gehören Filme der sogenannten Berliner Schule wie BUNGALOW oder AM MONTAG KOMMEN DIE FENSTER von Ulrich Köhler, MADRID von Daphne Charizani oder Burhan Qurbanis SHAHADA, der – obwohl damals erst sein Abschlussfilm – im Wettbewerb der Berlinale lief. Sonja Heiss ist mit HEDI SCHNEIDER STECKT FEST eine weitere Filmpreisträgerin aus dem kleinen Fernsehspiel. Ihre Hauptdarstellerin Laura Tonke hatte ihre erste große Rolle übrigens in OSTKREUZ, der zweiten Zusammenarbeit von Michael Klier mit der Redaktion in Mainz. Ganz wesentlich sind aber auch die dokumentarischen kleinen Fernsehspiele unter den Hessischen Filmpreisträgern, wie Klaus Stern mit HENNERS TRAUM oder Maryam Zaree mit BORN IN EVIN, der den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm gewonnen hat und der Anfang Dezember im Programm des ZDF zu sehen war. Zuletzt im Kinoeinsatz ist noch LE PRINCE von Lisa Bierwirth zu erwähnen, die – und damit schließt sich der Kreis – für ihren Spielfilm mit dem Hessischen Filmpreis 2021 ausgezeichnet wurde.

Chance auf weitere ungewöhnliche Projekte
Dass die HessenFilm und ZDF/Das kleine Fernsehspiel unserer Zusammenarbeit jetzt mit der Fifty-Fifty-Vereinbarung eine neue Komponente hinzufügen, ist die Chance auf weitere außergewöhnliche Projekte. Mit vergleichbaren Vereinbarungen – mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg MFG und der Mitteldeutschen Medienförderung MDM – gibt es gute Erfahrungen. In Hessen wollen wir mit der Fifty-Fifty-Vereinbarung dabei verstärkt Formatexperimente und digitale Medienproduktionen möglich machen, die wir im Formatlabor Quantum des kleinen Fernsehspiels suchen und realisieren. Beispiele unserer Arbeit aus den letzten Jahren sind hier BOYS, ein Gesprächsformat, das der Frage nachgeht, was es bedeutet, heute ein Mann zu sein, MEINE WENDE – UNSERE EINHEIT, bei dem ein Podcastprojekt von Animationskünstler*innen aufbereitet wurde, oder #HEULDOCH – THERAPIE WIE NOCH NIE, eine satirische Miniserie zur MeToo-Debatte. Alle Formate können noch in der ZDF-Mediathek geschaut werden.
Ich bin sehr gespannt auf die Projektvorschläge aus Hessen und bin mir sicher, dass mit der Kreativität und Innovationskraft der hessischen Filmbranche 50 + 50 weit mehr als 100 ergeben wird.

Burkhard Althoff ist Redaktionsleiter von Das kleine Fernsehspiel – Junges Kino im ZDF

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