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Du willst zum Film?

Von Andrea Wenzek

In den zahlreichen Filmgewerken gibt es sehr attraktive Berufe. Die einen sind kreativ, die anderen erfordern eher kaufmännisches und handwerkliches Geschick. In dieser Übersicht finden sich Informationen zu den unterschiedlichen Ausbildungs- und Qualifizierungswegen in der Filmproduktion und Informationen zu den Berufen, denen der Nachwuchs fehlt.*

Junge Menschen, die „irgendwas mit Film“ machen möchten, denken zuerst ans Regiefach. Nur müssen viele der Filmhochschulabsolvent*innen diesen Beruf bald aufgeben, denn es gelingt ihnen nicht, ihre Filmprojekte zu finanzieren. Das Gleiche gilt für ausgebildete Schauspieler* innen, nur wenige können von ihren Gagen leben. Andere Berufe in der Herstellung von Filmen bieten trotz der befristeten Arbeitsverhältnisse zurzeit mehr Sicherheit, denn in Deutschland werden von Jahr zu Jahr mehr Filme und Serien produziert. Auch deshalb herrscht ein Nachwuchsmangel in der Filmproduktion. Die Herstellung eines Films wird grundsätzlich in Vorproduktion, Drehzeit und Postproduktion unterteilt. Die Drehzeit ist die schwierigste, aber auch aufregendste Arbeit in diesen drei Phasen. Auf dem Set geht es umtriebig zu, Teamplayer sind hier gut aufgehoben: Die Kamerafrau fordert vom Oberbeleuchter mehr Licht, derweil stellt die Assistentin der Setrequisite eine bedeutungsschwangere Porzellanfigur ins Regal. Der Tonangler stöhnt wegen des plötzlichen Baulärms in der Nachbarschaft, die Set-AL schafft schnell Abhilfe. Derweil pudert der Maskenbildner die Nase einer Statistin. Alles ist aufeinander abgestimmt, für die Lösung eines jeglichen Problems ist jemand zuständig. Und nach kurzer Wartezeit ruft die Regisseurin wieder „Action!“. Genauso im Produktionsbüro, dort grübelt die Erste Aufnahmeleiterin über den morgigen Drehplan. Alles muss umgestellt werden, denn ein Außendreh ist laut Wetterbericht nicht möglich: Starkregen. Der Produktionsleiter beruhigt sie, die Umstellung sei finanziell noch machbar. Natürlich wird der eine oder die andere mal laut, aber man hält zusammen. Beim Warmup zur Halbzeit des Drehs wird deshalb kräftig gefeiert. Viele Praktikant*innen, die einmal vom Nektar eines Filmdrehs gekostet haben, möchten weitermachen.

Wege zum Beruf in der Filmproduktion
In der Filmbranche gibt es wenige Berufe mit einer dualen Ausbildung. Nur die „Mediengestaltung Bild und Ton“ sowie „Kaufmann/- frau für audiovisuelle Medien“ hat sich etablieren können. Bei den meisten Berufen handelt es sich um Lernberufe, die Qualifizierung erfolgt mittels Learning by Doing, meistens über den Weg des Praktikums mit anschließenden Assistenzen. Gemeinhin wird dies als „Quereinstieg“ bezeichnet. Jedoch kann man sich in diesem Bereich über Lehrgänge und Weiterbildungen in Filmhäusern, Instituten und über die Produzentenallianz Initiative für Qualifikation (PAIQ) zusätzlich qualifizieren. In der Folge sind IHK-Prüfungen von Vorteil, unter anderem für Regieassistenz, Aufnahmeleitung und Kamera. Die PAIQ vermittelt auch berufsvorbereitende Volontariate für „Audiovisuelle Produktion“ in größeren Firmen. Im Rahmen eines Studiums an einer Filmhochschule kann man sich neben Regie auch auf Kamera, Editing, Producing, Ton und Produktionsleitung spezialisieren: Filmakademie Baden-Württemberg, Hamburg Media School (HMS), Internationale Filmschule Köln, Hochschule für Film und Fernsehen München (HFF), Deutsche Filmund Fernsehakademie Berlin (dffb), Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und andere.

* Infoveranstaltung im Seminarprogramm Frühjahr/Sommer 2022

Endlich ein Guide für den Nachwuchs Im Januar 2022 bringt die Produzentenallianz Initiative für Qualifikation (PAIQ) einen umfassenden Guide heraus, der jungen Menschen sowie Unternehmen einen Überblick über den Arbeitsmarkt in der Produktionsbranche sowie der in Deutschland vorhandenen Studien-, Aus- und Weiterbildungsangebote verschafft. Der Guide stellt außerdem zentrale Berufsbilder vor und nennt ausbildende Produktionsunternehmen. Der CAREER GUIDE FILM: Arbeit und Ausbildung für Kino, Streaming und TV ist kostenfrei, gedruckt sowie online verfügbar auf der Website der PAIQ: https://pa-iq.de/

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