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Generationenwechsel bei Filmpresse Meuser
Am 1. April diesen Jahres ist Gisela Meuser, die Gründerin der Agentur Filmpresse Meuser, in den Ruhestand getreten. „Es ist soweit, nach 35 meist aufregenden und anregenden Jahren ist es Zeit, sich zu entspannen“, gab Meuser offiziell bekannt. Doch sie wird sich nicht komplett verabschieden, für einzelne Projekte bleibt sie der Filmbranche noch erhalten. Begonnen hat ihre cineastische Begeisterung im studentischen Filmclub in Marburg. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie als Disponentin für den damals noch in Frankfurt ansässigen Pandora Filmverleih. Zusammen mit Christiane von Wahlert, der späteren Geschäftsführerin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), machte Meuser ihre Passion zum Beruf und gründete 1986 eine eigene Agentur für die Pressebetreuung von Kinostarts. Sie wurde zur „Mittlerin und Managerin zwischen Presse, Verleih und Publikum“, so Meuser in der GRIP 54.

Im April haben ihre langjährigen Mitarbeiterinnen Carola Schaffrath und Anne Schütz die Agentur übernommen. „Anne hatte frischen Wind mitgebracht, wir machen nun die Pressearbeit für das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg und betreuen jetzt viel mehr Dokumentarfilme“, sagt Schaffrath. Viele der Dokumentarfilme finden sich im Katalog des Frankfurter Filmverleihs jip. Für Schütz und Schaffrath kommt es nicht in Frage, nach Berlin zu ziehen – wie andere Filmpresse-Agenturen es bereits getan haben: „Wir sind in Frankfurt fest verwurzelt“, betont Schaffrath. Das Büro hat es auch nicht nötig, denn unter den Filmpresse-Agenturen ist die ihre eine der besten Adressen. Zu den vielen Kunden gehören renommierte Arthouse-Verleihfirmen, angefangen bei Alamode und Arsenal über PROKINO bis zum X Verleih. Auch die Großen zählen dazu wie STUDIOCANAL und Walt Disney Studios Motion Pictures. Red / AW

Geförderte Ateliers auch für Videokunst
Am 1. März startete das „Hessische Atelierprogramm“ (HAP) ein neues vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziertes Förderprogramm für Künstler*innen. Es soll die Produktionsbedingungen für Absolvent*innen in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Schauspiel und den angrenzenden freien künstlerischen Disziplinen verbessern, hierzu gehört auch die Videokunst. Außerdem möchte das HAP Raum für Forschung, Austausch und internationale Vernetzung bieten.

Das Programm besteht aus drei Teilen. Das „HAP Studio-Programm“ fördert Künstler*innen unter 40 Jahren durch kostenlose Ateliers in Frankfurt sowie eine fachliche Betreuung für eine Dauer von vier Jahren. Acht Plätze sind bereits vergeben, vier weitere stehen ab März 2023 zur Verfügung. Begleitet wird das Studio-Programm vom „HAP Mentoring-Programm“ mit Lectures, Artist Talks und Studio-Visits. So soll die internationale Vernetzung und Weiterentwicklung der Stipendiat*innen angeregt werden.

Im zweiten Programm, „HAP hessenweit“, geht es um die Förderung von bestehenden Atelierräumen mit der Übernahme von fünfzig Prozent der Kaltmiete über zwei Jahre mit der Option auf Verlängerung. Der Schwerpunkt liegt auf dem ländlichen Raum und Städten außerhalb des Großraums Frankfurt. Die Ausschreibung erfolgt jährlich, die nächste im Herbst 2021. Das HAP Austauschprogramm „IEPA“ wendet sich ebenfalls an Künstler*innen aus ganz Hessen und ermöglicht zweimal jährlich zwei dreimonatige Arbeitsaufenthalte im Ausland. Die Stipendiat*innen erhalten unter anderem Wohn- und Arbeitsräume bei wechselnden Partnerorganisationen. Pandemiebedingt hat dieses Jahr noch keine Ausschreibung stattfinden können. Über die Teilnahme an den Programmen entscheidet jeweils eine Fachjury, die Bewerbungen können an basis e.V. in Frankfurt gerichtet werden. Red / AW

Imagine – Das Nachfolge-Projekt von Open Minds
„Open Minds – Channel for young Refugees“ war ein drei Jahre andauerndes Bildungsprojekt mit Workshops für junge geflüchtete, zugewanderte und deutsche Frauen, das von der Kommunikationsagentur Luna Park 64 für das Filmhaus Frankfurt durchgeführt wurde. Nun gibt es ein Nachfolgeprojekt, es heißt „Imagine – Interkulturelle Zukunftswerkstatt für junge Frauen“. Mit der Herstellung von Filmen und Videos in 5-tägigen Workshops erhalten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, eigene Zukunftswünsche und -perspektiven zu entwickeln.

Es geht in dem neuen Projekt um die Vermittlung von technischem Know-how für das Filmemachen und um die Findung von Ideen für die eigene Zukunft, aber auch um Medienkompetenz. Die sozialen Medien beeinflussen heute die Rollenvorstellungen von jungen Frauen etwa durch Influencerinnen, die Beauty-Artikel bewerben und Schminktipps geben. Die Seminare fördern eine bewusste und kritische Auseinandersetzung mit klischeehaften Inszenierungsformen dieser Art. Außerdem ermöglichen die Workshops den Teilnehmerinnen durch spielerisches Experimentieren mit dem Bewegtbild eine erweiterte Sicht auf sich selbst, die Welt, in der sie leben, und ihre Zukunft.

Leiter des Projekts ist Mathias Fechter, Geschäftsführer von Luna Park 64: „Wir versprechen uns auf diese Weise die Stärkung von Eigeninitiative und Selbsthilfe bei den Teilnehmerinnen sowie die Schaffung von mehr Offenheit und Dialogbereitschaft. Alles wichtige Kompetenzen, um an einer offenen Gesellschaft der Vielfalt selbstbewusst teilhaben zu können und damit die Integrationsbedingungen der Teilnehmerinnen zu verbessern.“ „Imagine“ ist ein Projekt des Filmhaus Frankfurt e.V., gefördert vom Hessischen „Landesprogramm WIR“ und dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main. Red / AW

Full Service-Postproduktionsnetzwerk LIONS Network gegründet
Im Mai 2021 startete das hessische LIONS Network durch. Es ist eine Art Postproduktionspool von Firmen aus dem Rhein-Main-Gebiet, der von der Farbkorrektur bis zur Synchronisation alles anbietet, was ein Filmwerk nach dem Dreh braucht. Das Netzwerk bündelt das Know-how von mehreren Medienunternehmen und ist so für große Film- und Serienproduktionen bestens aufgestellt. Initiator war Andreas Radzuweit, Gründer und Geschäftsführer des Wiesbadener Tonstudios klangBezirk: „Wir arbeiten an vielen Filmen und Serien, die von der Filmförderung HessenFilm und Medien finanziell unterstützt werden. Unsere Idee war, die Expertise von uns allen zu bündeln, um damit für Filmproduktionen einen besonderen Full Service anzubieten.“ Radzuweit möchte den regionalen Filmstandort stärken, sodass Postproduktion made in Hessen eine bekannte Marke wird.
Für Produktionsfirmen aus den anderen Bundesländern und dem Ausland könnte dies interessant sein, denn die am Netzwerk beteiligten Firmen haben auch an einigen demnächst im Kino startenden Filmen mitgewirkt. So gestaltete PixelPEC aus Offenbach die visuellen Effekte (VFX) bei dem mit einem Silbernen Bären prämierten Dokumentarfilm HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE und Radzuweit komponierte die Filmmusik für den international koproduzierten Animationsfilm DIE OLCHIS. An LIONS Network sind fünf Firmen beteiligt: PixelPEC bietet Animation, Motion Design und VFX an. Benjamin Dittrich liefert Color Grading sowie Finishing und Eumel Film das Editing eines Films. Das Studio klangBezirk kümmert sich unter anderem um die Tonmischung und Andreas Radzuweit komponiert Filmmusik. Darüber hinaus ist das Netzwerk mit mehreren hessischen Filmproduktionsfirmen, Autor*innen und Set-Tonmeister*innen gut vernetzt. Red / AW

Frisch gegründet: Das Bildsturz-Kollektiv
Nachwuchs-Filmemacher*innen aus dem Raum Frankfurt haben im Mai 2021 das Bildsturz-Kollektiv gegründet. Der Verein möchte die Kräfte einer politisierten jungen Generation bündeln, um sich filmisch besser entfalten zu können. Der Name „Bildsturz“ ist Programm. Bilder prägen laut Vorstand des Vereins die Erzählung unserer Zeit und unserer Gesellschaft. Daher müssten diese Bilder genauso hinterfragt werden, wie sich die Gesellschaft fortlaufend hinterfragen müsse. Die Idee zum Kollektiv entstand bei einem Online-Seminar des Filmhaus Frankfurt, wo sich der Regisseur Vincent Jost und die Producerin Luana Almeida Pees kennenlernten. Sie beschlossen, ihre Kreise zu vernetzen. Daraus entstand ein Zusammenschluss aus Studierenden der Hochschule Mainz, der Kunsthochschule Kassel und der Goethe-Universität Frankfurt. „Filmprojekte unter studentischen Bedingungen leben von gegenseitiger, ehrenamtlicher Mithilfe“, so meint das Kollektiv. „Meldet euch gerne mit eigenen Ideen bei uns – es ist nie verkehrt, die eigene Blase zu verlassen und in den Austausch über Filme und Filmprojekte zu kommen.“

Das Kollektiv ist schon bei der Arbeit. Momentan befindet sich der von Christiane Muñoz, Klara Schnieber und Luana Almeida Pees gemeinsam realisierte Film „Irgendwann – Uma Hora ou Outra” in der Postproduktion. Timo Schlenstedt hat gerade seinen Bachelor- Film „Digital Eden“ abgedreht, Vincent Jost und Anton Kraus und weitere Vereinsmitglieder standen ihm hierbei zur Seite. Gemeinsam mit Lukas Volkwein und Stephanie Seng dreht Felix Bausch gerade den Kurzfilm „Lipogramm”. Und in der Vorproduktion befindet sich der Kurzfilm „Botch”, den Vincent Jost und Luana Almeida Pees produzieren. In nächster Zeit plant das Kollektiv auch, seine Filme im Rhein-Main-Gebiet vorzuführen. Red / AW

Veröffentlicht in GRIP 63 – Zeitschrift des Filmhaus Frankfurt. Erschienen am 14.07.2021

GRIP 63 Titel