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Erfahrene Teams sind gefragt!

Erfahrene Teams sind gefragt!
Von Bernd Jetschin

Dreharbeiten in Zeiten von Corona zwingen Filmteams zu noch mehr Flexibilität. Die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen verlangen ein hohes Maß an Planung, Mehraufwand und Disziplin. Auch die Frankfurter U5 Filmproduktion kann mittlerweile auf hochprofessionelle Teams für ihre Dreharbeiten zurückgreifen.

Der erste Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres zwang die Frankfurter U5 Filmproduktion den Spielfilm „Partynation“ erst einmal auf Eis zu legen. Im April und Mai 2021 wurde die Koproduktion mit Maze Pictures und Das Kleine Fernsehspiel (ZDF) unter der Regie von Felicitas Korn dann doch abgedreht. Das rekrutierte Team hatte bis zum Herbst 2020 während zweier Auftragsproduktionen für die ARD-Degeto und das ZDF bereits einiges an Erfahrung gesammelt: „Die Teams sind mit dem Umgang der Standards und Coronaregeln auf jeden Fall vertraut“, bekräftigt U5-Produzent Oliver Arnold. Im Unterschied zu den beiden TV-Produktionen im Herbst, die komplett in Zeiten von Corona entwickelt wurden, stammt das Drehbuch von Felicitas Korn aus der Vor-Corona-Zeit. Eines der Hauptmotive des Films ist eine Partylocation. „An diesem Setting zu rütteln, das wesentlicher Bestandteil des Films ist, hatte den Film in Frage gestellt“, erklärt Produzentin Katrin Haase. Die Realisierung dieser Produktion wackelte auch in diesem Frühjahr beträchtlich, da zuvor die Dynamik des Pandemiegeschehens weiter an Fahrt aufgenommen hatte. Der Film wurde schließlich doch gedreht, einige Szenen mussten anders aufgelöst werden und auch bei der Zahl der Kompars*innen wurde so weit reduziert, dass die Clubatmosphäre noch glaubhaft erzählt werden konnte.

Kontaktarmes Leben
Auch die Hamburger Wüste Film musste den NDR-Thriller „Das Haus“ im vergangenen Frühjahr kurz nach Drehstart am Hauptmotiv in Schweden abbrechen, weiter ging es erst Monate später im Herbst. Und in diesem Mai drehte Mia Spengler einen neuen Hamburg-Tatort für Wüste. „Als wir im Herbst eine Auftragsproduktion für die ARD Degeto umsetzten und dazu ,Das Haus’ weiterdrehen konnten, hatten viele in den Teams bereits Erfahrung mit den Coronaregeln am Set“, berichtet Produzent Bjorn Vosgerau. Die Teams wurden zweimal die Woche getestet und zu möglichst kontaktarmem Leben verpflichtet. Die Drehbücher wurden genau analysiert und anhand von Risikostufen die jeweiligen Darsteller*innen in Risikogruppen eingeteilt. Das heißt, dass die Hauptdarsteller*innen bei intimeren Szenen vor dem Dreh praktisch in Quarantäne mussten. „Schon bei einer Szene zusammen im Auto gehören sie bereits in die höchste Risikogruppe.“ Die Vorbereitung der Drehtage ist sehr intensiv, denn die Corona-Regeln sind stets mitzudenken. Und die Produzenten müssen die Dynamik der Pandemie im Auge behalten, so Vosgerau. Er spricht aber auch von mehr Planungssicherheit, seitdem Produktionsfirmen auf den von Bund und Ländern aufgestellten Corona-Ausfallfonds zurückgreifen können. Alle am Set seien stark gefordert, aber auch gewohnt, hochgradig flexibel und professionell zu arbeiten, so Vosgerau, der allerdings aufgrund der Abstands- und Hygienemaßnahmen auch Nähe und Emotionalität an den Sets vermisst.

Tests, Tests, Tests
Ein besonderer Aufwand rund um den Dreh gilt den Hygienemaßnahmen, wozu es neben den Hygienebeauftragten auch einer medizinischen Assistenzkraft für die Abstriche und weiteren Personals für Reinigung und Desinfektion bedarf, erklärt Haase. Bei „Partynation“ hatte die U5 hierfür mit dem hessischen Set-Dienstleister Friendsz GmbH zusammen gearbeitet. „Niemand kommt ungetestet an die Sets“, lautet die Grundregel, bestätigt auch Oliver Arnold von U5, aber die Testlogistik hat es in sich und hängt von den Bedingungen vor Ort ab. Mal reichen zwei bis drei PCR-Tests die Woche, mal muss jeden Tag ein Schnelltest gemacht werden. Für die ZDF-Komödie „Unverblümt „mit Claudia Michelsen, die Kerstin Polte als Debütfilm vergangenen Herbst in Berlin und Potsdam für die U5 inszenierte, brauchte es insgesamt 1.200 Tests. Die Labore in Berlin waren total überlastet. Bis zu einer Woche habe es jeweils gedauert, bis die Ergebnisse der PCR-Tests vorlagen.

Veröffentlicht in GRIP 63 – Zeitschrift des Filmhaus Frankfurt. Erschienen am 14.07.2021

GRIP 63 Titel