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Nicht die Zeit für eine Gala

Nicht die Zeit für eine Gala
Der Hessische Film- und Kinopreis 2020 fand als TV-Aufzeichnung statt
Von Daniel Güthert

Keine Gala, kein roter Teppich, kein Business as usual. Die Botschaft von der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Die Grünen), kam so frühzeitig wie unmissverständlich, dass die Verleihung des 31. Hessischen Film- und Kinopreises nicht als rauschender Empfang in der Alten Oper stattfinden könne. „Eine üppige Feier mit hunderten von Gästen wäre in einem Jahr, das der Film- und Kinobranche so schwer zu schaffen macht, nicht angemessen.“ Kurzerhand ist daraufhin das Budget, das infolge dieses Verzichts eingespart wurde, als Kreativprämie an die Filmschaffenden hinter der Kamera, angefangen von Kostüm über Schnitt bis hin zum Sounddesign, vorgesehen worden – insgesamt 115.000 Euro.

Verliehen wurde der diesjährige Film- und Kinopreis statt dessen in einer 40-minütigen Sondersendung des Hessischen Rundfunks, in einem angenehmen unprätentiösen Rahmen, den man, wäre mehr Zeit gewesen zur Vorbereitung, sicherlich noch hätte ausbauen können. Auf Laudatoren wurde verzichtet, auf Musik-Acts gleichermaßen.

Indes hatten die Preisträger in kleinen, durchaus originell und kurzweilig inszenierten Einspielern Gelegenheit, ihre Arbeiten zu kommentieren, wie etwa Jennifer Kolbe, die die Auszeichnung für den besten Hochschulfilm „Milk“ entgegennahm, wie Marc Bauder als Gewinner des Dokumentarfilmpreises für seine Doku „Wer wir waren“ oder Sven O. Hill, dessen Produktion „Coup“ sich in der Konkurrenz als bester Spielfilm durchsetzte, eine Komödie, 2019 bei den Hofer Filmtagen uraufgeführt, die in ihrem hinreißenden Mix aus Elementen von Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm besticht.

In einer längeren Würdigung pries Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) den Fernsehstar Uwe Kockisch als großen Charakterdarsteller, als Brückenbauer zwischen Ost und West, der auf eine jahrzehntelange Schauspielkarriere in beiden Teilen Deutschlands zurückblickt und „der uns mit seiner Rolle als Stasi-Offizier in der Fernsehserie ,Weissensee‘ eindrucksvoll ein Stück Zeitgeschichte näher gebracht hat“. An Kockisch ist der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten gegangen.

Regiealtmeister Volker Schlöndorff war es schließlich vorbehalten, in seiner kurzen Grußbotschaft an die prämierten Kinobetreiber das auszusprechen, was gegenwärtig alle umtreibt: „Möge es helfen, dass die Leute wieder den Weg ins Kino finden.“

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