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Leitlinien für die Zukunft

Leitlinien für die Zukunft
Der Masterplan Kultur Hessen läuft weiter
Von Daniel Güthert

Wie soll die Kulturpolitik in Hessen künftig aussehen? Eine Fragestellung, die nicht erst durch die Corona-Krise ins Blickfeld geraten ist, sondern die Landesregierung schon 2017 bewog, einen Masterplan Kultur für Hessen zu entwerfen – mit entsprechenden Handlungsempfehlungen, um den weiteren Kulturentwicklungsprozess im Land gezielt und nachhaltig steuern zu können.

In einer ersten Zündungsstufe dieses groß angelegten Projekts kam im April 2018 der aufwendig gestaltete „Kulturatlas Hessen“ heraus. Eine 600.000 Euro teure Broschüre, die, auf 220 Seiten zusammengestellt, ein umfassendes Gerüst an Zahlen und Fakten der 2015 geleisteten Kulturarbeit des Landes an die Hand gibt. In der nächsten Stufe ist 2018 eine umfangreiche Online-Befragung unter Kulturschaffenden und Kulturinteressierten gestartet worden, deren Ergebnisse aus knapp 1.800 Einsendungen der damals noch amtierende Kunstminister Boris Rhein (CDU) Anfang 2019 vorstellte und die von einer Expertenrunde bewertet wurden.

Seither allerdings ist das Vorhaben, bedingt durch die Regierungsumbildung 2019 und die aktuelle Virus-Pandemie, ins Stocken geraten. Die von Rheins Nachfolgerin Angela Dorn (Grüne) angekündigte erste große Auftaktveranstaltung dazu musste im März abgesagt werden. Neue Termine sind angesichts der momentanen Lage nicht erwogen worden. Aber, so die Ministerin, „Kultur als innerer Kern der demokratischen Gesellschaft ist angesichts der Coronakrise dringender denn je“.

So soll das Projekt in 2021 – wie geplant – weitergehen, beginnend mit der Auftaktveranstaltung im Januar, auf der das weitere Verfahren, die Prozessbeteiligten und die Themenfelder vorgestellt werden sollen. Vorgesehen ist im nächsten Schritt dann eine große Expertenrunde mit etwa 60 Personen, die sogenannte Expertenwerkstatt, die schließlich einmünden soll in kleinere Fachworkshops mit 15 bis 20 Mitgliedern, in denen die Diskussion um einzelne Themenschwerpunkte – wie Diversität, Teilhabe und kulturelle Bildung, ehrenamtliches Engagement, Kulturförderung im ländlichen Raum, Digitalisierung und die wirtschaftliche Lage von Künstler*innen – vertieft und politische Leitlinien definiert werden können.

Die deutliche Botschaft der Ministerin dazu: „Ich will der Kunst einen klaren politischen Rückhalt geben. Der Masterplan Kultur, der gemeinsam mit den Kulturschaffenden entstehen soll, ist eines der wichtigsten Kulturthemen für die zweite Hälfte der Legislaturperiode.“

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