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Das Ende unsicherer Zeiten

Das Ende unsicherer Zeiten
Kinothek Asta Nielsen mit deutlich mehr Geld
Von Harald Zander

Ab 2020 erhält die Kinothek Asta Nielsen vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) erstmals eine jährliche institutionelle Förderung in Höhe von 65.000 Euro. Diese zusätzliche Summe entspricht in der Höhe dem Betrag, den die Kinothek vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt erhält und der in diesem Jahr zur „institutionellen Absicherung” sogar auf 92.900 Euro erhöht worden ist.

Damit endet eine unsichere Phase von 20 Jahren, in denen das Institut hauptsächlich auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen war und zuletzt nur über eine halbe feste Stelle verfügte. Gaby Babic´, die 2018 die Geschäftsführung und künstlerische Leitung von Karola Gramann übernahm, hat jetzt eine Vollzeitstelle. Hinzu kommt eine halbe Stelle für administrative Aufgaben. Für die wissenschaftliche Betreuung des Archivs bleibt Karola Gramann mit einem reduzierten Vertrag dem Haus weiter verbunden.

Die Kinothek hat es sich zum Ziel gesetzt, „die Filmarbeit von Frauen in Geschichte und Gegenwart aufzufinden, zu dokumentieren und öffentlich zugänglich zu machen.” Eine gesonderte Förderung erhält dabei das Frauenfilmfestival Remake. Es wurde 2018 gegründet und zum hundertjährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts mit einer Anschubfinanzierung von 220.000 Euro ausgestattet. Eine stolze Summe (im Vergleich zu anderen, alteingesessenen Festivals in Hessen), die es auch 2019 wieder erhielt. Seither soll die Filmschau nur alle zwei Jahre stattfinden. Für die nächste Ausgabe 2021 kann der Verein auf abermals 195.000 Euro setzen, die von der HessenFilm kommen.

Zu weiteren Projekten, die über Drittmittelanträge finanziert werden, gehört die Filmreihe „Comizi tra donne – Regisseurinnen des italienischen Südens”, die von der HessenFilm mit 25.000 Euro bezuschusst wird, sowie das erst jüngst verkündete Vorhaben „Woman Writing Wiki“, mit dem Leistungen von Frauen vermehrt in Wikipedia erscheinen sollen. Dafür sind weitere 50.000 Euro vom HMWK bewilligt.

Dass die Arbeit der Frankfurter Einrichtung sogar bundesweit anerkannt wird, beweist der Kinopreis des Kinematheksverbundes. Am 27. Oktober 2020 erhielt das Institut den mit 1.000 Euro dotierten 2. Preis in der Kategorie „Kino, das zurückblickt”, „weil die Kinothek insbesondere an das Filmerbe von Regisseurinnen erinnert und es in groß angelegten Veranstaltungen zugänglich macht.”

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