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„Bleibt wie ihr seid – aber ändert Euch!"

„Bleibt wie ihr seid – aber ändert Euch!”
Der Bundesverband Jugend und Film (BJF) wird 50 Jahre alt
Von Reinhold T. Schöffel*

Mit den obigen Worten hat der Kulturwissenschaftler Wolfgang Schneider seine Festrede beendet, die er kürzlich bei der 50-Jahre-Feier des Bundesverbandes Jugend und Film e.V. während des Schlingel-Filmfestivals in Chemnitz gehalten hat. Damit hat er zwei Aspekte auf den Punkt gebracht, die tatsächlich die Arbeit des BJF seit nunmehr 50 Jahren bestimmen: Kontinuität und Wandel.

Vom Gründungsjahr 1970 an war es das Ziel des Verbandes, Kindern und Jugendlichen einen besseren Zugang zu Filmen zu ermöglichen. Damals waren es die Jugendfilmclubs, in denen die neue Kinderfilmkultur aus der CSSR, der DDR und den skandinavischen Ländern in die BRD kam. Seit den 1980er Jahren war die Basis des BJF vorwiegend die Jugendzentrumsbewegung und andere Kinder- und Jugendkultureinrichtungen, in denen der Verband Filmveranstaltungen auch in der kinolosen Provinz ermöglichte. Das Jubiläum „100 Jahre Kino” 1995 nutzte der BJF zu der Tournee „Wanderkino im Zirkuszelt”, die sich im Nachhinein als das größte Projekt erwies, das in Deutschland zum Kinojubiläum stattgefunden hat.

Die praktische Arbeit des BJF ging über die Jahre von überwiegend ehrenamtlich aktiven Vereinsmitgliedern auf eine kleine, hauptamtlich arbeitende Geschäftsstelle über. Diese war zunächst in Aachen angesiedelt und zog auf Initiative von Hilmar Hoffmann 1985 nach Frankfurt.

Gewandelt hat sich im Verlauf der Zeit natürlich die Technik: ab Ende der 1990er Jahre lösten DVD und später Blu-ray-Disc die kiloschweren 16mm-Kopien ab. Seit 2018 findet der Verleih zunehmend online statt.

Wichtiges Ziel des BJF ist es immer noch, gute Kinderfilme zugänglich zu machen. Dabei helfen Partner wie die Filmfestivals Berlinale, Goldener Spatz, LUCAS Frankfurt, Schlingel Chemnitz und die Nordischen Filmtage in Lübeck, mit denen der BJF seit vielen Jahren eine enge Kooperation pflegt, wie der KiKA, oder Verleiher wie farbfilm und Der Filmverleih oder VOD-Portale wie FilmConfect. Zum 50-Jahre- Jubiläum bringt der BJF erstmals einen Film auch in die Kinos: „Youth Unstoppable – Der Aufstieg der globalen Jugend-Klimabewegung” der kanadischen Aktivistin und Dokumentarfilmerin Slater Jewell- Kemker. Er startet, sobald die Kinos wieder öffnen.

Inhaltlich ist der BJF damit geblieben, was er immer war: ein kompromissloser Verfechter einer qualitativ hochwertigen Filmkultur für Kinder und Jugendliche. Den dazu notwendigen technischen und organisatorischen Wandel hat der BJF bisher erfolgreich gemeistert. An dieser Kontinuität und an dieser Veränderungsbereitschaft wird sich auch künftig nichts ändern.

* Der Autor ist Geschäftsführer des BJF.

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