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Ungewisse Zukunft

Ungewisse Zukunft

Medienwerkstatt und Valentin-Kino kämpfen ums Überleben

Von Werner Rosmaity*

Die Medienwerkstattinitiative (MEWI) wurde 1986 von Pädagogen in Frankfurt gegründet und ist seit 1989 von der Stadt Frankfurt finanziell unterstützt worden. In Form aktiver, praktischer Medienarbeit unter breiter Nutzung filmtechnischer Geräte bietet die MEWI Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich kritisch mit den Neuen Medien auseinanderzusetzen. Kontinuierliche und konsequente Angebote für alle Gesellschaftsund Altersgruppen, auch für Behinderte, und die Zusammenarbeit mit großen Verbänden und Trägern der Jugendpflege und Jugendhilfe zum Umgang mit Video-, Computer-, Kabel- und Satellitenprogrammen haben die MEWI zum kompetenten und bundesweit bedeutenden medienpädagogischen Träger werden lassen. Nach dem Frankfurter Vorbild sind in mehreren Städten eigene Medienwerkstätten entstanden. 1993 renovierte der Verein das Truppenkino in der McNair Kaserne Höchst und eröffnete im Frühjahr 1994 das Programmkino Valentin mit 240 Sitzplätzen. Das Filmtheater, ausgestattet mit einer über- wältigenden, 60 Quadratmeter großen Leinwand, fand schnell sein begeistertes Publikum. Zusammen mit dem Filmforum Höchst entwickelte sich der westliche Industriestandort Höchst zu einem „Mekka für Cineasten“. Aufgrund städtischer Bebauungspläne musste das Valentin 2012 seinen Standort wechseln und zog in den Ostflügel des Bolongaropalastes – in einen wesentlich kleineren Kinosaal mit 50 Kinoplätzen. In mehr als 20 Jahren erhielt die MEWI für ihre Programmarbeit im Valentin über 40 Kinopreise von Bund und Land. Doch seit 2016 befindet sich der Bolongaropalast in einer aufwendigen Renovierungsphase. Das Kino ist seither geschlossen, ein Termin für die Wiedereröffnung ist ungewiss. Zudem kämpft der Verein um die weitere finanzielle Unterstützung der Stadt, die vom Jugendamt vor einem Jahr eingestellt wurde. Nahezu 2.000 Unterschriften in einer Petition gegen die Zerschlagung der MEWI verdeutlichen den Willen der Öffentlichkeit den medienpädagogischen und kulturellen Träger, der in 34 Jahren Stadtgeschichte geschrieben hat, zu erhalten. Gegenwärtige Überlegungen der Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD), die beiden Höchster „Sympathiekinos“ Valentin und Filmforum zusammenzuführen unter dem Dach des kommunalen Filmforums, wären eine Lösung, die das MEWI mittragen würde.

* Der Autor ist Gründer und Leiter der MEWI

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