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Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

Das Thema Nachhaltigkeit an hessischen Filmhochschulen

Von Martin Loew

„Natürlich ist Filme zu produzieren in vielfältiger Weise dreckig.“ So drastisch fasst es Marie-Hélène Gutberlet, Filmprofessorin an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, zusammen. Aber seit sich die Branche immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit bewegt, mehren sich auch an den hessischen Filmhochschulen die Initiativen von Hochschullehrern und Studierenden für mehr Umweltschutz. So war beispielsweise Martin Streit, Mitarbeiter an der Hochschule Darmstadt, bei der Organisation eines Pflichtseminars mit Green Consultant Korina Gutsche beteiligt und berichtet: „Es geht ja zunächst darum, Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, dann das eigene Handeln zu reflektieren und schließlich beim filmischen Arbeiten neue Wege einzuschlagen.“ Exemplarisch ist der Bau eines Raumschifftunnels für einen Science-Fiction-Film. „Früher wäre die dazu verwendete Alufolie nach Ende des Drehs in den Müll gewandert. Jetzt ist sie wenigstens noch an einem weiteren Set verwendet worden.“ Zudem wurde die Mülltrennung verstärkt, auf LED-Leuchten umgestellt und an den Locations Netzstrom verwendet, anstatt Generatoren laufen zu lassen. Ähnlich ist die Herangehensweise an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Plastik beim Catering ist hier mittlerweile tabu. Und die Kostümbildner haben sich angewöhnt, erst einmal Freunde und Verwandte zu fragen, wenn ein besonderes Kleidungsstück benötigt wird, anstatt gleich zu kaufen. Dozent Thomas Schreiber nennt noch weitere Muster eines gewandelten Umweltbewusstseins: „Wir gehen für die Drehs möglichst nicht weit weg vom Campus, um Fahrten zu sparen. Wenn Darsteller benötigt werden, fragen wir bei der hiesigen Schauspielschule an. Und wir nutzen wieder vermehrt den Fundus der Uni.“ Auch Jan Peters, Professor an der Kunsthochschule Kassel, kann solche Entwicklungen bestätigen. Seine Filmklasse sei allerdings zu klein, dass sich feste Veranstaltungen zum grünen Drehen auszahlen würden. Aber Input über das bereits umgesetzte Verhalten hinaus, so Peters, wäre immer willkommen. Und Marie-Hélène Gutberlet fügt an: „Ich finde es wichtig, dass die Studierenden sich auch inhaltlich und ästhetisch mit der Problematik auseinandersetzen. Der Kurzfilm „Restmüll“ von Merlin Heidenreich wird beim LICHTER Filmfest seine Online Premiere haben.“ Und so gehen die hessischen Filmhochschulen den Weg zu mehr Nach- haltigkeit bei der Produktion behutsam, aber doch Schritt für Schritt.

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