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Im Auftrag guter Unterhaltung

Im Auftrag guter Unterhaltung

Die Novafilm/Odeon TV produziert erfolgreiche TV-Serien

Von Birgit Schweitzer

Auf dem legendären Wiesbadener Filmstudiogelände Unter den Eichen, wo schon Heinz Rühmann-Filme gedreht wurden und heute die Hochschule RheinMain ihren Sitz hat, residiert noch immer eine der erfolgreichsten Fernsehproduktionsfirmen: die Novafilm. Sie ist – neben H & V Entertainment und Odeon Entertainment – eine von drei Tochterfirmen der Odeon Film AG, die der Telemünchengruppe (TMG) angehört. Da der Name Odeon TV als „Marke“ eingeführt war, wurde er nach der Fusion zu Novafilm 2013 beibehalten. Geschäftsführer sind Mischa Hofmann in München und Thomas Höbbel in Wiesbaden. Im Büro von Thomas Höbbel zeugen Schwarz-Weiß- Fotos von den Anfängen: Georg Althammer, Firmengründer der Odeon TV, damals Tochter der Monaco Film, und Drehbuchautor Karl- Heinz Willschrei dachten sich 1981 die Story zur Krimiserie „Ein Fall für zwei“ aus. Später fusionierte die Firma mit Otto Meissners Berliner Novafilm, ebenso renommiert im Fernsehgeschäft mit Serien wie „Liebling Kreuzberg“. 1988 begann Thomas Höbbel 24-jährig als Produktionsfahrer in der Crew von „Ein Fall für zwei“, wurde später Aufnahmeleiter und stieg sukzessive weiter auf zum Produktionsleiter, zur Assistenz der Herstellungsleitung und zum Herstellungsleiter mit Prokura. 2002 übernahm er schließlich die Geschäftsführung. Eine außergewöhnliche Karriere, „Learning by Doing“ sei es gewesen, meint Höbbel. Unterstützt wird er seit 2009 in Wiesbaden von der erfahrenen Produzentin Andrea Jedele, beide Jahrgang 1964. Sie kam aus der anderen Richtung, studierte Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaften in München, fing in der Serienabteilung der Bavaria Film an, wurde dann Redakteurin bei RTL („Alarm für Cobra 11“). Die beiden Profis sind ein erfolgreiches Team, das sich gut ergänzt und gegenseitig wertschätzt. Zu 99,9 Prozent stellt die Firma Auftragsproduktionen von Reihen und Serien her. „Ein Fall für zwei“ läuft immer noch zur Primetime am Freitagabend im ZDF, heute mit Antoine Monot jr. und Wanja Mues in den Hauptrollen. Da die Serie in Frankfurt gedreht wird, hat sie ihr Produktionsbüro in Eschborn. Unter den Eichen befinden sich dagegen die Firmenverwaltung und das Produktionsbüro von „Der Staatsanwalt“, der zweiten großen Erfolgsserie der Firma auf dem ZDF-Primetimeplatz am Freitagabend um 20:15 Uhr. Rund 800 Quadratmeter umfassen alles in allem die Räumlichkeiten am Standort Wiesbaden – mit Schneideräumen, Maske und Kostüm sowie einem Requisitenlager, von wo aus morgens die Crew zu den jeweiligen Aufnahmen startet. Im Jahr werden acht Folgen „Staatsanwalt“, vier Folgen „Ein Fall für zwei“ und in Köln zwei 90-Minüter der Reihe „Die Füchsin“, einem ARD Degeto Donnerstagskrimi, produziert. So ist die Novafilm/Odeon TV neben dem Hessischen Rundfunk und der U5 der Grund dafür, dass Filmschaffende im Rhein-Main-Gebiet ein regelmäßiges Auskommen finden. „Ich denke, wir bieten eine Grundlage, damit eine gewisse Anzahl Filmschaffender überhaupt hier ansässig bleibt“, so Höbbel. Etwa 100 Teammitglieder und Schauspielerinnen und Schauspieler im Jahr werden für die Dreharbeiten der Folgen engagiert. Dazu sind sechs Festangestellte in Wiesbaden beschäftigt neben Produzentin Dr. Anette Kaufmann in Köln sowie weiteren drei Festangestellten in der Berliner Niederlassung. In Wiesbaden wird ein Fiction-Programm generiert, das die Zuschauer konstant unterhält. „Der Staatsanwalt“ zum Beispiel erreichte in 2019 im Durchschnitt 5,7 Millionen Zuschauer mit einem Marktanteil von 18 Prozent, weiß Jedele zu berichten. In 2021 wird die 100. Folge des „Staatsanwalts“ gedreht und gleichzeitig das 40-jährige Jubiläum von Odeon TV gefeiert. Wie sieht die Zukunft aus? „Wir arbeiten immer parallel an neuen Formaten. Zurzeit entwickle ich eine Family Medical Serie“, erzählt Jedele. Producer Jan Hass arbeitet darüber hinaus an High-Concept Action- und Thriller- Projekten für ein jüngeres Publikum, wie Höbbel erklärt. „Damit versuchen wir, einen Fuß auch in die Online-Streamingdienste zu bekommen.“

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