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Film und Kino sollen grüner werden

Film und Kino sollen grüner werden

Hessische Filmförderung für mehr Nachhaltigkeit

Von Daniel Güthert

Umweltschutz ist in aller Munde. Auch in der Film- und Kinobranche – und das auf allen Ebenen. Hier das Programm Green Shooting der MFG Baden-Württemberg, dort der Grüne Drehpass, ein zertifiziertes Gütesiegel für Film- und TV-Produktionen, vergeben durch die Filmförderung Hamburg-Schleswig Holstein (FFHSH). Die Filmförderungsanstalt (FFA) wiederum propagiert „Das Grüne Kinohandbuch“ und erst jüngst hat sich die gesamte Branche in einer gemeinsamen Erklärung des Bundesministeriums für Kultur (BKM) „zu mehr Nachhaltigkeit in der Film- und Serienproduktion verpflichtet“. Das Land Hessen steht dem gewiss kaum nach. Klimaschutzziele sind hier von den Regierungsparteien CDU und Grüne im Koalitionsvertrag verbindlich festgeschrieben. Als Handlungsprinzip gewissermaßen, austariert jeweils an der Koexistenz von Ökologie, Ökonomie und Sozialem (Kultur), die auch den Maßstab bildet für die Förderung umweltschonender Konzepte in Filmproduktion und Kinobetrieb. Auffälligstes Beispiel: der seit 2016 vergebene Hessische Kino-Nachhaltigkeitspreis, die erste Auszeichnung dieser Art in Deutschland. Im Sinne eines Best-Practice-Modells werden Kinos prämiert, die sich in Kategorien wie Ressourceneffizienz, Energiesteuerung, Einkaufspolitik, Programmgestaltung oder soziokulturelle Verantwortung in einer Region hervorgetan haben. Ursprünglich jährlich vergeben, wird der Preis künftig im Zweijahresturnus überreicht. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Um die Kinos in ihren Anstrengungen jedoch nicht alleinzulassen, ist ein Consultingprogramm in Sachen Ökologie eingerichtet worden, im Rahmen dessen ausgewählte Filmtheater, sogenannte Referenzkinos von Experten kostenlos beraten werden. 2019 waren das fünf Häuser, darunter auch das Frankfurter Programmkino Mal Seh’n. Nicht minder bedeutsam für die hessische Filmförderung ist die Maxime „Grünes Drehen“. In einer gemeinsamen Stellungnahme aller Ländereinrichtungen vom November 2017 ist auch seitens HessenFilm zugesichert, Mehrkosten beim Antragsteller als Folge natur- und umweltschützender Abläufe anzuerkennen und mitzutragen. Dem haben inzwischen auch die Richtlinien der HessenFilm GmbH Rechnung getragen. Mit der Neufassung der Regularien (Stand Juni 2019) sind Kriterien wie Sozialstandards und Umweltfaktoren als Teil der Antragsprüfung erstmals explizit erwähnt. Doch mehr als eine unverbindliche Goodwill-Erklärung ist das freilich nicht. „Insoweit Antragsteller ihre Vorhaben“, heißt es darin, „durch besondere umweltschonende und klimafreundliche Maßnahmen umzusetzen beabsichtigen, kann die Jury dies bei ihrer Entscheidung berücksichtigen“. Hier könnte mit zusätzlichen Anreizen sicherlich noch ein Stück mehr bewegt werden.

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