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Ein neuer Anlauf

Ein neuer Anlauf

Frankfurt braucht ein Produktionszentrum für Filmschaffende

Von Sebastian Simon*

Die Idee, in Frankfurt ein Filmproduktionszentrum zu schaffen, das dem Raumbedarf junger Produktionsbetriebe gerecht wird, geht zurück bis in die 1990er Jahre. Ein solches Zentrum, das den Filmschaffenden – vom Einzelkämpfer bis zur mehrköpfigen Firma – ermöglicht, professionell zu arbeiten und sich miteinander auszutauschen, wäre besonders für Berufseinsteiger ins Filmgeschäft ein maßgebender Katalysator. In zahlreichen Bundesländern ist dieses Modell schon lang gelebte Praxis. Das Filmhaus Frankfurt, das die Umsetzung eines solchen Planes sogar in seine Satzung inkludiert hat, unternahm seit seiner Gründung mehrere Anläufe, doch bis heute konnte dieses Vorhaben aufgrund kulturpolitischer Widrigkeiten nicht realisiert werden, obwohl der Bedarf immens ist. Im Zuge der Berufung Anna Schoeppes zur neuen Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien GmbH hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) jüngst erst wieder betont, die Förderung des Filmnachwuchses weiter forcieren zu wollen. Um den Filmstandort Hessen zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, wurden in den vergangenen drei Jahren zwei große Strukturprogramme erfolgreich initiiert. Zum einen die 2017 gestartete Talent-Paketförderung, bei der sich junge Filmherstellungsfirmen mit drei bis fünf Filmprojekten für ein dreijähriges Slate-Funding bewerben können. Zum anderen das weiterführende Branchenqualifizierungsprogramm STEP, das 2019 im Auftrag des HMWK von der HessenFilm gemeinsam mit der Jungen Generation Hessischer Film (jghf.de) entwickelt worden ist, um dem Gewerkemangel durch gezielte Qualifizierungs- und Ausbildungsmaßnahmen entgegenzuwirken. Nach dem erfolgreichen Launch von Talent-Paketförderung und STEP ist die Einrichtung eines Filmproduktionszentrums der unbedingt notwendige dritte Schritt, um Filmproduktionen in und aus Hessen heraus längerfristig zu einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen. Gemeinsam mit dem Filmhaus Frankfurt ist beabsichtigt, diesen Sommer alle Entscheider seitens Politik, Stadt, Förderanstalten und Filmwirtschaft zu einem runden Tisch einzuladen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr ein konsens- und abstimmungsfähiges Konzept für das hessische Filmproduktionszentrum zu entwickeln und geeignete Räumlichkeiten dafür zu finden.

* Der Autor ist Co-Sprecher der Jungen Generation Hessischer Film

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