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Zukunftsfähig machen

Zukunftsfähig machen
Verbesserte Förderkonditionen für Kinos zeigen Erfolg
Von Erwin Heberling*

Im Februar 2019 gab es gute Neuigkeiten für die hessische Kinoszene. Die Konditionen der 2018 eingeführten Kinoinvestitionsförderung wurden verbessert. Von nun an können statt 50 Prozent bis zu 80 Prozent der Investitionsmaßnahmen eines Kinos bezuschusst werden (bis maximal 150.000 Euro). Filmtheater, deren Reingewinn unter 200.000 Euro im Jahr liegt, können die Finanzhilfe für Aufwendungen aller Art einschließlich Neueinrichtungen beantragen. Dies ist ein deutliches Signal in Richtung Land- und Arthouse-Kinos, gewerbliche wie kommunale, von denen sich die meisten in einer prekären wirtschaftlichen Situation befinden. Schon die unumgängliche Umstellung auf digitale Projektion vor wenigen Jahren bedeutete für die kleineren Spielstätten einen beträchtlichen finanziellen Kraftakt.

Die jetzt verabschiedete Anhebung der maximalen Zuschussquote zeigte schnell Wirkung. Bis Ende des Jahres wird der Fördertopf von einer Million Euro (für die Jahre 2018 und 2019) komplett ausgeschöpft sein. Anträge von 17 Kinos, darunter 15 aus ländlichen Regionen, wurden positiv beschieden. Die Fördermittel helfen den Kinos, sich zeitgemäß aufzustellen und neue Besuchergruppen zu erreichen. Eine wichtige Maßnahme gegen das Kinosterben gerade im ländlichen Raum. Seit dem Jahr 2000 haben 14 hessische Kommunen ihr Heimatkino verloren.

Die Effizienz des neuen Kinoförderprogramms lässt sich anhand des Cinéma im nordhessischen Wolfhagen illustrieren, das sich die umfangeichen räumlichen und technischen Erneuerungen nur dank der staatlichen Zuwendungen leisten konnte. „Durch die Förderung und die daraus resultierenden Umbaumaßnahmen wurden Kundenschichten auf unser Haus aufmerksam gemacht, die seit Jahren kein Kino mehr betreten haben“, resümiert Kinobetreiber Kai Mellinghoff.

Angesichts der wachsenden Nachfrage (erste Förderanfragen für 2020 liegen bereits vor) sollte das Angebot für die nächsten Jahre unbedingt fortgeführt werden. Politisch sinnvoll wäre auch ein Kofinanzierungsmodell mit dem vom Bund angekündigten „Zukunftsprogramm Kino“.

*Erwin Heberling ist Geschäftsführer des Film- und Kinobüros Hessen

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