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Gemeinsame Stärke

Gemeinsame Stärke
Genossenschaft Kinomarkt Deutschland gegründet
Von Birgit Schweitzer

Im Mai wurde die Kinomarkt Deutschland e.G. gegründet, eine Genossenschaft für kleine und mittelständische Filmtheater. Circa 100 Betriebe (von insgesamt 1.500 in Deutschland) sind bereits Mitglied. „Bis Ende des Jahres ist unser Ziel, die Zahl 300 zu erreichen“, so der Vorstandsvorsitzende Ralf Holl.

Vermarktung und digitale Kundenansprache stehen im Moment im Vordergrund. Die Mitglieder erhalten eine E-Commerce-Plattform für den Online-Ticketverkauf, später soll ein gemeinsamer Einkauf zu günstigen Konditionen dazukommen, von Popcorn zum Beispiel. Und auch gegenüber den großen Verleihern verspricht man sich im Verbund eine bessere Position.

Von den Frankfurter Kinos ist bisher keines der Genossenschaft beigetreten. Christopher Bausch, Kinoleiter der Harmonie und des Cinema, aber begrüßt die Initiative prinzipiell: „Wir haben im Moment jedoch andere Prioritäten, zum Beispiel unsere Kinos auf Vordermann zu bringen.“ Als Arthouse-Kino in einer Großstadt stehe er mit seiner Filmauswahl wenig in Konkurrenz und nutze bereits ein anderes Ticketsystem. Und Probleme, gewünschte Filme zu bekommen, habe er nicht. „Im Moment herrscht eine Filmflut. Wir müssen immer mehr kuratieren, doch wir kennen unser Publikum schon sehr gut.“

Für Kinos in ländlichen Gebieten, die Mainstream spielen, scheint die Genossenschaft dagegen eine gute Lösung zu sein, um Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu den großen Kinoketten zu kompensieren. Das von Frankfurt aus nächstgelegene Mitgliedskino befindet sich in Nidda, es ist das Lumos Lichtspiel & Lounge, ein neu gebautes, von drei jungen Existenzgründern betriebenes Haus. Steffen Presse, einer der drei Gesellschafter des Lumos und gleichzeitig im Aufsichtsrat der Genossenschaft, ist vom Nutzen des Verbunds überzeugt: „Eine Bündelung der Interessen der mittelständischen Kinos, die oft Familienbetriebe sind, schlägt sich schließlich auf den wirtschaftlichen Erfolg jedes einzelnen Kinos nieder.“

Der Anteil an der Genossenschaft kostet einmalig 1.000 Euro. Die jährliche Gebühr beträgt danach nur noch 60 Euro.

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