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Ehrenpreis für das Deutsche Filminstitut

Ehrenpreis für das Deutsche Filminstitut
Die Gala des 30. Hessischen Film- und Kinopreises in der Alten Oper Frankfurt
Von Daniel Güthert

Das Kapitel Mendig ist abgehakt. Die Erleichterung über die Entlassung des Förderchefs war allenthalben zu spüren. Mendigs völliges Versagen und seine politische Instinktlosigkeit hätten eine solche Feierstunde untragbar belastet, bei der vor allem das Filmschaffen im Mittelpunkt stehen sollte - die Leistungen der hessischen Film- und Kinoszene eines Jahrgangs.

Doch als wollte man darüber nicht vergessen, wofür die Kunst in Hessen gesellschaftspolitisch einsteht, haben sich fast alle Redner angeschickt, die Menschenrechte, die freiheitlichen Grundwerte und den zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt herauszuheben. Mit stehenden Ovationen dankten die circa 1.000 Gäste der Schauspielerin Maryam Zaree für ihre bewegende Rede gleich zum Auftakt des Abends. Zaree, als Flüchtlingskind 1985 aus dem Iran nach Frankfurt gekommen, beklagte in ihrer Ansprache, auch vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte, die zunehmende rechte Gewalt im Land und die ausländerfeindliche Politik einer AfD. Für ihr Regiedebüt „Born in Evin", in dem sie ihr Schicksal schildert, wurde sie mit dem Newcomerpreis gekürt.

Unverständlich andererseits, dass diese hochgelobte filmische Spurensuche sich nicht auch als bester Dokumentarfilm durchsetzte, sondern die Auszeichnung an den eher harmlosen Interviewfilm „Why are we creative" von Hermann Vaske ging.

Aber unverständlich blieb bei dieser wieder auf drei Stunden gedehnten Jubiläumsgala noch vieles andere. Das Jubiläum 30 Jahre Film- und Kinopreis war dem Land nicht eine Filmsequenz, nicht ein Wort der Rückblicks wert. Ein Festakt, politisch allemal korrekt, in seiner Präsentation aber unzureichend, der immerhin einen versöhnlichen Abschluss fand. Im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF), das in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert, hatte man einen uneingeschränkt würdigen Kandidaten für den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten auserkoren. Das DFF, so Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), habe sich als Garant erwiesen für den Film und für alles, was Film und Filmerbe ausmacht. „Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein."

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