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Das Herzstück des Programms

Das Herzstück des Programms
Das Angebot an Seminaren im Filmhaus Frankfurt aber hat sich gewandelt
Von Claudia Prinz

Von Anfang an waren und sind die Seminare das Herzstück im Programm des Filmhaus Frankfurt. Sie füllen eine Lücke zwischen dem „Learning by doing“ einerseits, das in manchen Bereichen des Filmschaffens zu Karrieren vom Fahrer zum Aufnahmeleiter oder von der Idee zum Drehbuch führen konnte, und den diversen Filmschulen oder Volontariaten bei Fernsehanstalten andererseits.

Im Filmhaus kann man an einem Wochenende für wenig Geld in unbekannte Bereiche hineinschnuppern, Grundkenntnisse erwerben und herausfinden, ob man sich in dieser Richtung weiterentwickeln möchte. So ist die Teilnahme an einem oder mehreren Seminaren sicherlich eine Hilfe bei der Bewerbung um einen Studien- oder Ausbildungsplatz in dem jeweiligen Sektor.

In der Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse helfen sie aber den Filmschaffenden, sich auch im bürokratischen Teil ihres Metiers sicher zu bewegen. So gab es neben solchen Kursen wie Aufnahmeleitung für Film und Fernsehen und Einführung in die Bildgestaltung auch Angebote im Sinne von Finanzierungs- und Förderungsberatung oder Filmgeschäftsführung.

Daneben führten eintägige Informationsveranstaltungen wie Filmemachen fürs Fernsehen: Der Einstieg als freier Mitarbeiter oder Film- und TV- Produktion in der Rechtspraxis in wissensbasierte Themenbereiche ein.

In der Reihe „Kontakte“ konnte man bei diversen Betriebsbesichtigungen unter anderem bei DAS WERK oder Scopas und bei Jellyman Projects Verbindungen herstellen, die nicht selten zu Praktika oder sogar zur Zusammenarbeit führten. Und viele der im Filmhaus organisierten Betriebe, wie MBF oder ABC Taunusfilm, unterstützten darüber hinaus die Seminare mittels ihrer Mitarbeiter, ihrer technischen Hilfe oder durch die Bereitstellung von Räumen und Material.

In den Anfangsjahren war die Nachfrage nach den Seminaren so groß, dass an jedem Wochenende mindestens ein Seminar, manchmal sogar zwei stattfanden. Für den Herbst/Winter 1999/2000 verzeichnete die GRIP 28 Termine, darunter das legendäre Kameraseminar Professionelle Filmaufnahme mit Jörg Geißler, das von MBF, ABC Taunusfilm und dem Hessischen Rundfunk unterstützt wurde, oder der Workshop Digitaler Bildschnitt am AVID Mediacomposer mit Jörg Lemmer in den Räumen von dessen Mainzer M1 Filmproduktion oder das Lichtseminar Lichtgestaltung in der Praxis mit Martin Bourgund.

Mit der technischen Revolution im Filmbereich änderten sich die Themen der Kurse und damit auch ihre Anzahl. Kameraseminare waren nicht mehr gefragt – der Umgang mit der Digitalkamera ist offenbar so einfach, dass es keiner Schulung mehr bedarf. Das gleiche gilt auch für Ton, alles geschieht jetzt automatisch. Auch beim Schnitt gab es Einführungen in Final Cut nur ein paar Jahre lang.

Hinzu kommt, dass das Angebot der hessischen Hochschulen mittlerweile wesentlich besser ist als noch in den 1990er Jahren, weshalb viele der klassischen Filmseminare wie Aufnahmeleitung, Regieassistenz und Regie sowie Produktionsvorbereitung und Produktionsleitung kaum noch im Filmhaus angeboten werden, da keine Nachfrage mehr besteht. Nach wie vor sehr beliebt sind die Drehbuchseminare mit Nicole Mosleh oder Roman Frosch, deren Veranstaltungen nun bereits seit 20 Jahren stattfinden.

Schwerpunkt des Programms sind heute Informationsveranstaltungen. So gibt es etwa eine fünfteilige Reihe zu Medienrechtsthemen mit Guido Hettinger, die in regelmäßigem Turnus über ein Jahr verteilt laufen. Um weiter ein attraktives Seminarangebot aufrechtzuerhalten, muss das Filmhaus sich immer wieder auch neuen Themen zuwenden. Aktuelle Infoveranstaltungen befassen sich heute dafür verstärkt mit Virtueller Realität und Webserien.

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