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Kinos mit Qualitätsgarantie

Kinos mit Qualitätsgarantie
Geld zurück, wenn der Film nichts taugt
Von Daniel Güthert

Eine Geschäftsidee, eigentlich wie aus der Fabelwelt. Filmtheater bieten ihren Kunden eine Zufriedenheitsgarantie: Wem der Film nicht gefällt, der bekommt sein Geld zurück. So zumindest definiert sich das Grundkonzept, das der Kinoverbund Nennmann, Thies & Thies (Consulthies GmbH), mit Firmensitz in Essen, entwickelt hat und seit Weihnachten in seinen eigenen sieben Lichtspielhäusern (53 Leinwände) in NRW und Niedersachen praktiziert.

Was sich die Firma Consulthies da hat einfallen lassen, nennt sich Filmzufriedenheitsgarantie (FZG) und zielt auf jenen Faktor ab, der den Schlüssel zum Erfolg liefert: die Kundenbindung. So sieht es Kinobetreiber Meinolf Thies jedenfalls: "Wer zufrieden ist kommt wieder, zumindest einmal, nämlich mit unserem Gutschein."

Das Konzept dahinter ist im Grunde denkbar einfach. Ein Kinogast, der mit dem Hauptfilm nicht zufrieden ist und die Vorstellung innerhalb von 30 Minuten nach Filmstart verläßt, erhält einen Wertgutschein in Höhe seines Ticketpreises. Einzige Voraussetzung dabei: der Kunde muß als Teilnehmer dieses Erstattungssystems FGZ registriert sein, was kostenfrei ist. Mit im Boot ist zudem eine Versicherungsagentur, die PMA Assekuranzemakler GmbH, um das Kino gegen nicht kalkulierbare Risiken abzusichern.

Die ersten Erfahrungen, die Thies in seinen eigenen Häusern seither sammeln konnte, stellen ihn vollauf zufrieden. "Wir haben einen enorm positiven Response bei Publikum und Partnern. Alle Welt bescheinigt uns, einen medialen Volltreffer gelandet zu haben." Die ersten Monate sind als Testphase genutzt worden. Seit Mai bietet Consulthies das System auch in Sublizenz an.

Verhalten bis ablehnend dagegen die Reaktionen der Frankfurter Branche. "Ein auf den ersten Blick raffinierter Coup. Aber mehr Zuschauer generiert man nur durch gute Filme, nicht durch Werbegags oder Preissenkungen", so Gabriele Jaeger von den E-Kinos. Für die Vertreter der Filmkunstsparte wie Christopher Bausch (Cinema, Harmonie) oder Gunter Deller (Mal Sehn) ist die Risikobereitschaft für schwierige, disparate Produktionen ja gerade der Wesenskern ihrer Programmpolitik. Und auch Harald Metz, Chef der Berger-Kinos, kann dem Modell wenig abgewinnen: "Unser Publikum ist so gut informiert, daß es weiß, auf welchen Film es sich jeweils einläßt." Um dann zu ergänzen: "Im Einzelfall war das bei uns schon immer gängige Praxis. Kulanz nennt man das. Wir haben daraus jedoch keine Marketingkampagne gemacht."

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