Wir helfen Ihnen Ihre Visionen zu verwirklichen!

Für mehr Sichtbarkeit deutscher und europäischer Filme

Für mehr Sichtbarkeit deutscher und europäischer Filme
Die AG Verleih vertritt die Interessen deutscher Independent-Verleiher
Von Leopold Grün*

Die AG Verleih, der Interessenverband der unabahängigen deutschen Filmverleiher, vereint mehr als 30 Unternehmen und steht zunächst einmal für eine einzigartige Vielfalt des kulturellen Filmangebotes im Kino. Darüber hinaus setzt sich der Verein dafür ein, die wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen für die Herausbringung von deutschen und internationalen Filmen unabhängiger Produktionsfirmen, junger Regisseure, Dokumentarfilmen, Kurzfilmen und sehenswerten internationalen Filmen zu verbessern. Zudem haben wir uns der Förderung der Kommunikation und Kooperation mit nationalen, europäischen und internationalen Institutionen und Organisationen, die ein ähnliches Ziel verfolgen, zum Ziel gesetzt.

Seit 2018 veranstaltet die AG Verleih beispielsweise die European Work in Progress Cologne, wo sich ausgewählte internationale Produktionen mit bereits aussagekräftigem Filmmaterial Verleihern, Weltvertrieben, TV-Redakteuren und Financiers vorstellen, sich mit ihnen austauschen und reale Verträge abschließen können.

Die AG Verleih engagiert sich aber auch, wenn unfaire Marktbarrieren den Zugang unabhängiger Produktionen in die Kinos erschweren, wenn Ungerechtigkeiten im deutschen und europäischen Filmfördersystem nur die großen Unternehmen bevorzugen, wettbewerbsverzerrend wirken und damit der Entwicklung der Filmkunst schaden. Im Moment rückt gerade wieder die Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG) in den Mittelpunkt und hier ist es besonders wichtig, dass in Zukunft mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Sichtbarkeit der Arthouseprogramme zu erhöhen und die gesellschaftliche Relevanz des Kinos, die von der Politik, den Kreativen und den Marktteilnehmern gewünscht wird, zu ermöglichen

Im Kampf um die Aufmerksamkeit konkurriert das Kino inzwischen in allen Zielgruppen von jung bis alt mit immer mehr und immer neuen Formen der Freizeitgestaltung. Dennoch glauben wir nicht nur an die künstlerisch-sinnliche Kraft des Kinos, sondern wir sind davon überzeugt, dass gerade das Kino eine stabile Alternative zum Homeentertainment-Markt- und Kulturangebot darstellt. Umso wichtiger wird in den nächsten Jahren die Arbeit eines Verleihs als Bindeglied zwischen Produktion und Kino, quasi als „Agent“ des Films sein. Ein engagierter Verleih ist der Schlüssel zum Erfolg im Kino. Ohne die Rückendeckung eines Verleihs verschwinden Filme heutzutage völlig in der Flut der Neustarts und können sich im Kino nicht mehr behaupten.

Da sich Politik und Marktteilnehmer jedoch darüber einig sind, welche gesellschaftliche Relevanz das Kino in der heutigen Zeit sowohl als kulturell-künstlerisches Angebot, aber auch als sozialer Ort der Begegnung von Menschen haben soll, müssen sich die Parameter hin zu mehr Sichtbarkeit der Filme verändern. Daher sollte die Ermöglichung guter Verleiharbeit in den Fokus der Novellierung des Filmfördergesetzes rücken.

Natürlich sind auch die Verleiher selbst gefordert, neue Methoden und Ideen zu entwickeln, um diese Relevanz zu erzeugen. Wir erachten es in diesem Zusammenhang für immer wichtiger, die Zusammenarbeit zwischen Verleih und Kino zu verbessern. Strategien müssen miteinander abgestimmt werden und die Menschen auf den verschiedensten Wegen zielgruppengerecht erreicht werden.

Ein breites kulturelles, künstlerisch wertvolles, politisch relevantes und unterhaltendes Angebot des Kinos ist zunächst einmal begrüßenswert. In den letzten Jahren hat sich jedoch ein Überangebot etabliert, das sich bei den parallelen Möglichkeiten der Bewegtbild-Rezeption kontraproduktiv ausgewirkt hat. Daher kann man sich der Forderung nach weniger Filmen bei gleichzeitiger Erhöhung der Sichtbarkeit, Relevanz und Qualität nicht verschließen.

Der einzelne Produzent profitiert mit Sicherheit auch davon, wenn er weniger, aber erfolgreicher produziert - und zwar im qualitativen und im monetären Sinne. Dabei ist uns bewusst, dass sich einige Parameter auch aus der Sicht der Produzenten verbessern müssen. Wir wollen konstruktiv mit den Produzenten zusammenkommen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit bereits in einem frühen Stadium der Produktion beginnen, um die gesellschaftliche Wahrnehmung des einzelnen Films zu erhöhen.

Letztendlich beklagen im Moment alle Branchenteilnehmer eine zu geringe Sichtbarkeit deutscher und europäischer Produktionen, daher muss sich hier strukturell etwas ändern.

* Der Autor ist Geschäftsführer der AG Verleih

Kein Cover vorhanden