Wir helfen Ihnen Ihre Visionen zu verwirklichen!

Eintauchen in die Welt des Kinos

Eintauchen in die Welt des Kinos
Im Interview: Hessens neue Kulturministerin, Angela Dorn (Die Grünen), zum Stand und Ausbau der hessischen Film- und Kinoförderung
Von Daniel Güthert

Frau Ministerin, eine persönliche Frage vorweg. Wie ist Ihr Verhältnis zu Film und Kino? Haben Sie ein Lieblingskino in Hessen?

Ausgesprochen gut! Kino bedeutet immer auch in eine andere Welt einzutauchen, die einen voll in den Bann zieht und kein „nebenbei“ zulässt. Ziemlich rar heutzutage, und das tut gut. Ganz besonders schätze ich Independent-Filme und Programmkinos, die über den Film hinaus zum Kulturerlebnis werden wie das Kino Traumstern in Lich oder das Kino Harmonie in Frankfurt am Main.

Was werden die Kernpunkte Ihrer Film- und Medienpolitik sein? Wird es spezifisch grüne Parameter geben, eventuell auch veränderte Prioritäten im Vergleich zu Ihrem Vorgänger Boris Rhein (CDU)?

Hessen als Film- und Medienstandort durch gute Rahmenbedingungen weiter zu entwickeln bleibt im Fokus. Ich will noch mehr als bisher auf die Szene zugehen, Filmschaffende, Kinobetreiber, Festivalmacher einbeziehen, und den Film als Kunstform sowie Kinos und Festivals als Kulturorte stärken. Dabei spielt ökologische Nachhaltigkeit auch eine wichtige Rolle.

Werden Sie gegebenenfalls das zuständige Referat Film und Medien umbauen, mit neuen Schwerpunkten und anderen Aufgabenverteilungen?

Die bestehenden Strukturen haben sich bewährt, daher gibt es für mich derzeit keinen Anlass für Änderungen.

Derzeit ist eine Novellierung der Förderrichtlinien in der Beratung. Welche Neuerungen planen Sie?

In erster Linie geht es darum, die Richtlinie an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Es bedurfte einer Klarstellung, dass auch audiovisuelle Projekte gefördert werden. Außerdem wurden die Bedingungen der Medienförderung und der Kinoinvestitionsförderung ergänzt. Aber auch administrative Erleichterungen für die Antragsteller wurden in den Blick genommen. Hierzu läuft bereits die Abstimmung mit dem Rechnungshof.

Von den rund zehn Millionen Euro der Film GmbH kommen noch immer vier Millionen als Bürgschaftsmittel von der WiBank. Stehen hierzu Änderungen in Aussicht?

Ich verstehe, dass das jetzige System der Bürgschaftsmittel schon wegen der 1-Prozent-Verzinsung dieser Darlehen nicht beliebt ist. Die mangelnde Flexibilität, die sich aus der Abtrennung dieses Teilbudgets von den übrigen Mitteln der Filmförderung ergibt, kommt hinzu. Wir planen die sukzessive Umwandlung der sogenannten Bürgschaftsmittel und damit eine Zusammenführung der Filmfördermittel im Etat meines Ressorts.

In ersten Stellungnahmen haben Sie angekündigt, die Verfahren der Filmförderung vereinfachen zu wollen, damit "Kreativität und Zeit in Kunst und nicht in Bürokratie fließen". Was haben Sie auszusetzen an den Strukturen?

Viele Kunst- und Kulturangebote funktionieren häufig nur mit Ehrenamt. Wir können diese Angebote auch dadurch unterstützen, dass wir die Bürokratie bei der Antragstellung bis hin zur Abrechnung der Maßnahmen in den Blick nehmen.

In dem Zusammenhang nachgefragt: Ein Ziel für die GmbH war, eine Verschlankung der Parallelstrukturen und damit Kostensynergien in der Verwaltung zu erreichen. Ist das zu Ihrer Zufriedenheit gelungen?

Ein Ziel war es, die bisherige Zersplitterung und die damit einhergehende Unübersichtlichkeit für Antragsteller aufzulösen. Das ist gelungen. Was die Effizienz der GmbH angeht, werden wir jetzt rund vier Jahre nach Gründung genau hinschauen, wo sich dieses Versprechen erfüllt hat und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Beklagt wird in dem Zusammenhang auch die mangelnde Transparenz der Zahlen. Ist zu erwarten, daß Sie das anders handhaben werden?

Das ist ein Thema, das ich in meiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende der Hessen Film- und Medien-GmbH aufgreifen möchte. Transparenz ist für uns ein wichtiges Prinzip: Ich werde mit dem Geschäftsführer und der Branche erörtern, welche Möglichkeiten es zur Verbesserung gibt.

Die Förderung der Festivals soll erhöht werden, wie Sie auf der Berlinale verkündet haben. Können Sie dazu Näheres sagen?

Konkrete Einzelheiten kann ich hierzu noch nicht nennen. Wir werden das im Rahmen der Haushaltsaufstellung innerhalb der Landesregierung besprechen.

Kein Cover vorhanden