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Frankfurt entdeckt seine Geschichte

Frankfurt entdeckt seine Geschichte

Eine Filmreihe zur Frankfurter Baugeschichte

Von Claus Wecker

Das Interesse in der Stadt war enorm. Zur feierlichen Eröffnung der neuen Altstadt am letzten Septemberwochenende strömten die Menschen in Scharen herbei. Dorthin, wo noch vor Kurzem der profillose Bau des technischen Rathauses stand. Jetzt sind hier enge Gassen mit Neubauten im alten Stil zu bewundern. So also sah in etwa die Altstadt am Römer vor dem Zweiten Weltkrieg aus.

Wer jedoch noch mehr erfahren wollte darüber, wie die Mainmetropole früher aussah und sie sich städtebaulich im 20. Jahrhundert entwickelt hat, dem bot die Filmreihe Architektur und Stadtentwicklung – Eine filmische Reise durch die Stadt von 1896 bis heute, wahre Schätze zum Anschauungsunterricht. Entsprechend groß war das Interesse. So konnte das Filmkollektiv Frankfurt, der Organisator dieser ebenso stadt- wie filmgeschichtlichen Retrospektive, schon zum Auftakt am 26. September ein volles Kino im Filmmuseum vermelden und einen zweiten Vorführtermin ankündigen. Auch an den beiden Wochenendvorstellungen in der Evangelischen Akademie neben dem Römer war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit hohem Aufwand waren die Archive durchforstet worden. Das Institut für Stadtgeschichte nutzte die Gunst der Stunde, und das Ergebnis war beeindruckend. Unzählige Amateurfilmer hatten die Ereignisse und Entwicklungen der Stadt festgehalten wie etwa die Zeppelinschau zu Stummfilmzeiten, die Bombennächte rund um den Römer, Frankfurts Wiederaufbau nach dem Krieg sowie die Zerstörungswut der Stadtplaner mit den Studentenprotesten um 1970, den U-Bahnbau und vieles mehr. Kommentare zur Stadtgeschichte vermittels der unterschiedlichsten Dokumentar-, Experimental-, Werbe- oder politischen Agitationsfilme.

Vielleicht sind die Amateurfilme die bemerkenswertesten, denn sie dokumentieren den vielbeschworenen Bürgersinn. Oder die Stummfilme mit ihren verwundert in die Kamera schauenden Menschen; einige winken sogar, als säßen später alte Bekannte vor der Leinwand.

Ein Niedergang der Architektur ist im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu konstatieren. Zunehmend entstehen Gebäude, die mehr abweisen als einladen, während die Filmsprache immer flüssiger und verständlicher wird. Erstaunlich ist, welch reichhaltiges Material ausgewählt wurde (circa 70 Filme in 15 Vorstellungen), obwohl Frankfurt als Produktionsstandort keine bedeutende Rolle gespielt hat. Die Entwicklung der Stadt bot jedenfalls Filmstoff genug.

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