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Ehrenpreis für Matthias Brandt und mehr Geld für die Kinos

Ehrenpreis für Matthias Brandt und mehr Geld für die Kinos

Verleihung des 29. Hessischen Film- und Kinopreises in der Alten Oper Frankfurt

Von Daniel Güthert

Wie jedes Jahr ist die hessische Filmszene wieder zusammengekommen, um am 12 . Oktober die herausragendsten Produktionen und Akteure eines Jahrgangs zu feiern. Wenn man so will, ist der Film- und Kinopreis die jährlich wiederkehrende, glamourös zelebrierte Selbstvergewisserung der Branche. Und das ist gut so. So konnte Standing Ovations nicht nur der Ehrenpreisträger Matthias Brandt entgegennehmen, die rund 1.000 Gäste aus Film, Fernsehen und Politik waren schon zuvor bei den Gospel Jackson Singers von den Sitzen gerissen worden und stiegen, wippend und tanzend, in „Oh Happy Day“ ein. Dass der Abend sich auf bald drei Stunden dehnte, war bei so viel Ausgelassenheit nur zu verständlich (Moderation Jochen Schropp).

Gute Laune natürlich auch bei den Preisträgern. Vorneweg Matthias Brandt, dem Volker Bouffier (CDU) den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten überreichte - in Würdigung der einzigartigen Darstellerkraft des Stars. Dann folgte einer der wirklichen Höhepunkte des Programms. Mit Plastiktüte und im Bademantel schlurft Olli Dittrich (als Dittsche) auf die Bühne und verbeugt sich in einer schier verrückten Persiflage vor dem Preisträger. Und kurz darauf sehen wir auf der Leinwand Matthias Brandt in einem winzigen Cameo-Auftritt bei Dittsche, am Imbissbüdchen, und alles ist gesagt. In dieser einen Szene steckt die ganze Wahrheit der Schauspielkunst, der, wie es Brandt in seiner Dankesrede formulierte, „nichts Menschliches fremd sein darf“.

Vergönnt war uns ein weiteres Highlight mit dem skurrilen Auftritt von Hollywoodstar Michael Madsen („Thelma & Louise“, „Reservoir Dogs“), der zwar kein Wort Deutsch sprach, aber als Laudator für den Kinopreis genau richtig war, denn „er liebe das Arthouse-Kino“. Prämiert wurden 20 Programm- und Kommunale Kinos, die sich nach Jahren der Stagnation über eine Anhebung der Dotierungen von 95.000 auf 150.000 Euro freuen durften. In ihren Ansprachen bedankten sich Edgar Langer (Traumstern Lich) und Andreas Heidenreich (Weiterstadt) für die Unterstützung und erinnerten an Hilmar Hoffmann, ohne den es die Kommunalen Kinos wohl gar nicht gäbe. Aber zu mehr als einer kleinen Reminiszenz scheint bei solchen Events kein Platz zu sein.

Dabei war das Motto der Gala ein dezidiert politisches. Was die Buchmesse für die Literatur ausgerufen hatte, wollte der Filmpreis auch für den Film in Anspruch nehmen – die Würdigung der Menschenrechte (70 Jahre). Ein Aufruf gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. In einem der Siegerbeiträge, in „Menschenjagd“ als Bester Kurzfilm, spielt Regisseur Peter Meister unmittelbar auf das Thema an, in einer sehr schrägen, politisch ganz und gar unkorrekten Weise. Gern hätte man davon mehr gesehen als nur die kurze Trailersequenz. Mal einen kompletten Kurzfilm aufführen, in einer Dreistunden-Gala sollte das doch möglich sein.

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